Im Streit über die Schließung eines Schlachthofes im emsländischen Sögel wird sich das Verwaltungsgericht erst in der kommenden Woche äußern. Dem zuständigen Gericht in Osnabrück sei am Freitag ein Eilantrag der Tönnies-Tochter Weidemark zugegangen, teilte eine Sprecherin mit. Der Landkreis Emsland hat nun Gelegenheit, sich bis zum Dienstag zu dem Fall zu äußern. „Vorher ist nicht mit einer Entscheidung der Kammer zu rechnen“, hieß es.
Zwischen den Unternehmensvertretern und dem Landkreis erfolgen derzeit intensive Gespräche, hieß es in einer am Freitagabend veröffentlichten Mitteilung des Landkreises. „Es sind gute und konstruktive Gespräche, in denen wir gemeinsam eine Lösung suchen“, erklärte Landrat Marc-André Burgdorf. Das Unternehmen habe ein Konzept für eine Wiederaufnahme des Betriebes vorgelegt, dieses müsse jetzt aus infektiologischer Sicht bewertet werden, hieß es.
Der Landkreis hatte wegen einer hohen Zahl von positiven Corona-Tests unter den Schlachthofmitarbeitern die Schließung des Schlachthofes mit rund 1800 Beschäftigten zum Wochenende verfügt. Erst in rund drei Wochen soll der Betrieb wieder aufgenommen werden können. Tönnies hatte auf inzwischen wieder gesunkene Infektionszahlen und weitere Präventionsmaßnahmen verwiesen und die Schließung als unverhältnismäßig bezeichnet.