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Israels Parlament billigt Einschränkungen bei Demonstrationen

14:00
30.09.2020
Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Coronavirus hat das israelische Parlament vorübergehende Einschränkungen für Demonstrationen beschlossen. Die Knesset-Abgeordneten billigten die umstrittenen Maßnahmen nach stundenlangen Beratungen am Mittwochmorgen.

Menschen dürfen demnach während des kompletten Lockdowns nur noch an Demonstrationen teilnehmen, wenn diese weniger als 1000 Meter von ihrem Zuhause entfernt stattfinden. Weiter als einen Kilometer von seinem Heim darf man sich derzeit wegen des geltenden Lockdowns nur in Ausnahmefällen wegbewegen. Bislang zählte die Teilnahme an einer Demonstration dazu. Die Teilnehmerzahl darf 20 nicht überschreiten.

Die Maßnahme gilt vorerst eine Woche, kann aber unter bestimmten Bedingungen kurzzeitig verlängert werden. Sie ist Teil von Lockdown-Restriktionen, die vorerst bis zum 11. Oktober gelten. Die Regierung will nach massiv gestiegenen Infektionszahlen so eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern. Die geplante Einschränkung von Demonstrationen hatte Streit in der Regierung ausgelöst. Die Opposition kritisierte das Vorhaben scharf.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte Demonstrationen wegen der Ansteckungsgefahr unlängst als „Brutstätten“ des Virus bezeichnet. Kritiker halten ihm vor, er wolle mit den Maßnahmen die wöchentlichen Proteste mit Tausenden Teilnehmern gegen sich verhindern. Der Regierungschef steht wegen seiner Corona-Politik und eines gegen ihn laufenden Korruptionsprozesses massiv in der Kritik.

Ina Schulze

Gastgewerbe rechnet in diesem Jahr mit Umsatzrückgang von 50 Prozent

13:30
30.09.2020
Nach der Ankündigung von strengeren Vorgaben im Kampf gegen die Corona-Pandemie blickt das niedersächsische Gastgewerbe mit Sorge auf die kommenden Monate. Der Branche gehe es schlechter denn je, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Niedersachsen, Rainer Balke, am Mittwoch der dpa. Für das gesamte Jahr 2020 rechne er im Vergleich zum Vorjahr mit einem Umsatzrückgang von 50 Prozent. Die Verluste könnten nicht wieder aufgefangen werden. „Es ist ein extremes Desaster.“

Auf die neue Corona-Verordnung mit zunächst angekündigten Lockerungen habe die Branche viel Hoffnung gesetzt. „Wir waren uns sicher, dass die 100-er Grenze kommt und möglicherweise unter bestimmten Voraussetzungen sogar mit bis zu 200 Personen gefeiert werden kann.“ Dass sich Bund und Länder wegen gestiegener Infektionszahlen nun auf striktere Vorgaben geeinigt haben, sei für die Branche hart. Noch hofften die Betriebe, dass Veranstaltungen mit 100 Menschen oder mehr möglich sein werden. „Das wäre für das Gastgewerbe ein Schritt in die richtige Richtung.“

Jan-Felix Jasch