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Lauterbach fordert kostenlose Grippe-Impfung für alle

08:27
27.09.2020
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert wegen der Corona-Pandemie in diesem Herbst und Winter kostenlose Grippeschutz-Impfungen für bundesweit alle Versicherten. Der Bundestagsabgeordnete sprach in der „Welt am Sonntag“ von einer „sehr sinnvollen Maßnahme mit geringen Kosten“. Wegen der Pandemie raten Ärzte in diesem Jahr besonders zur Impfung gegen Grippe. Allerdings übernehmen viele Anbieter die Kosten nur für Patienten, die zu einer Risikogruppe zählen.

Dass der Impfstoff wegen vieler Impfungen knapp werden könnte, fürchten Gesundheitsexperten im Bundestag eher nicht. „Auch dieses Jahr wird der Impfstoff reichen - wir können es uns leisten, diesen allen Versicherten kostenfrei zur Verfügung zu stellen“, sagte Lauterbach. Ähnlich äußerte sich die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Kordula Schulz-Asche: „Wir müssen mit einer präventiven Strategie in die kalte Jahreszeit gehen, um steigende Grippe- und Covid-19-Infektionen zu verhindern.“

Patrick Reichelt

RKI-Chef zu Stadion-Besuch: Nicht, wenn ich nicht muss

07:05
27.09.2020
Der Präsident des Robert Koch-Institutes in Berlin, Lothar Wieler, würde in der momentanen Situation nicht in ein Fußball-Stadion gehen. „Ich werde sicher nicht unter so viele Menschen gehen, wenn ich nicht muss“, sagte der 59-Jährige der „Welt am Sonntag“. Der RKI-Chef ist bekennender Fan 1. FC Köln.

In der Bundesliga sind die Zuschauer teilweise wieder in die Stadion zurückgekehrt. Vor Saisonbeginn hatte die Politik beschlossen, bundesweit in einem Probebetrieb bis zu 20 Prozent der Stadien in der ersten und zweiten Bundesliga wieder zu füllen.

Am Samstag war beim Erstligaspiel des FC Schalke 04 gegen Werder Bremen (1:3) der Besuch der Zuschauer wieder verboten worden. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz in Gelsenkirchen lag zum entscheidenden Zeitpunkt wieder über 35. Laut Robert Koch-Institut (RKI) hatten sich 39,5 von 100 000 Menschen in der Stadt infiziert. Damit war der entscheidende Warnwert überschritten worden.

Es war bereits das dritte Bundesliga-Spiel seit Saisonbeginn, bei dem wenige Stunden vor dem Anpfiff die Erlaubnis für eine bestimmte Zuschauerzahl zurückgezogen wurde. Am ersten Spieltag waren die Partien des FC Bayern München gegen Schalke (8:0) und des 1. FC Köln gegen 1899 Hoffenheim (2:3) betroffen.

Patrick Reichelt

1411 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

06:13
27.09.2020
Das Robert Koch-Institut hat am Sonntag erwartungsgemäß eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 1411 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden. Am Samstag war mit 2507 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 284 140 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 27.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9457 - das sind fünf Todesfälle mehr als am Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten rund 250 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,08 (Vortag: 0,91). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,17 (Vortag: 1,24). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Patrick Reichelt