Die angekündigte Zulassung von Heizpilzen in der Außengastronomie wegen der Corona-Pandemie sorgt für Streit bei den Hamburger Grünen. „Die Heizpilze spielen eine verhältnismäßig kleine Rolle im Klimaschutz, aber sie stehen sinnbildlich für eine Coronapolitik, die wir gerade nicht machen wollen“, sagte der Sprecher der Grünen Jugend, Leon Alam, am Freitag auf einem kleinen Parteitag. Das 1,5-Grad-Ziel beim Klimaschutz könne nicht eingehalten werden, wenn die Grünen auf den Zug der SPD aufsprängen.
Die für die Bezirke zuständige Senatorin Katharina Fegebank verteidigte ihre Entscheidung, die Heizgeräte in den Wintermonaten zuzulassen. „Wenn ich höre, wir sind die Partei der Heizpilze, der (Alkohol-)Außer-Haus-Verkaufsverbote: Wir haben jeden Tag die Verantwortung zu tragen für alle Menschen in dieser Stadt“, betonte Fegebank. Auch sie finde Heizpilze „ätzend und klimaschädlich“. Aber es gehe bei der Gastronomie und den kleinen Läden ums Überleben.
Die Senatorin fügte hinzu: „Ich habe mich in den letzten Tagen wahnsinnig darüber geärgert, in Moria brennt das Lager, in Belarus werden Frauen verschleppt, und wir als Hamburger Grüne haben nichts anderes zu tun als uns darüber auseinanderzusetzen, ob wir zwei oder drei Monate einigen Gastronomen erlauben, einen Heizpilz aufzustellen oder nicht.“
Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat gefordert, solche Geräte bundesweit zuzulassen, um Gäste in der dunklen Jahreszeit auch im Freien bedienen zu können. In Städten wie München, Berlin und Köln sind Heizpilze verboten oder nur eingeschränkt nutzbar. Bremen erlaubt sie, allerdings mit starkem Bauchgrimmen.