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Wegen Corona: Sagrada Familia in Barcelona wird nicht wie geplant fertig

10:13
17.09.2020
Wegen der Corona-Pandemie wird die Sagrada Familia in Barcelona nicht wie geplant zum 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudí im Jahr 2026 fertig. „Wir sind nicht pessimistisch, wir sind einfach nur realistisch“, sagte der Leiter der Baugesellschaft, Esteve Camps, am Mittwochabend über den Bau der von Gaudí entworfenen römisch-katholischen Basilika. Es gebe vorerst auch wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Ungewissheit keinen neuen Zeitplan. Die Kirche, deren Bau im Jahr 1882 begann, wird somit etwas länger ihrem Ruf der „ewig Unvollendeten“ gerecht werden.

Es gebe aber auch gute Nachrichten, sagte Camps: Die Mitte März wegen der Corona-Pandemie komplett unterbrochenen Bauarbeiten würden spätestens in drei Wochen wieder aufgenommen. Die Konzentration liege auf der Fertigstellung der „Torre María“, dem mit 123 Metern zweithöchsten Turm der Sagrada Familia. Man hoffe, dass es Ende 2021 soweit sein werde.

Das Geld für die Fertigstellung des Baus stammt ausschließlich aus Spenden und Eintrittsgeldern. Wegen der knapp dreimonatigen Zwangsschließung bis Anfang Juli und der auch in der spanischen Metropole ausbleibenden Touristen sind die Einnahmen deutlich zurückgegangen. Die Baugesellschaft plant deshalb 2021 für die Bauarbeiten mit einem Etat von lediglich 17 Millionen Euro. 2019 belief sich das Budget noch auf 100 Millionen Euro. Das Lebenswerk des legendären Gaudí (1852-1926) benötigt für die Fertigstellung nach Schätzung der Baugesellschaft insgesamt knapp 400 Millionen Euro.

Das nördlich der Altstadt gelegene Gotteshaus, 2010 von Papst Benedikt XVI. zur Basilika geweiht, ist ein Wahrzeichen Barcelonas und neben der palastähnlichen Burg Alhambra im südspanischen Granada die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Spaniens. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 2,5 Millionen Besucher gezählt.

Der Sakralbau vereint die Stile der Neugotik und der Moderne. Seit 2005 steht die Kirche in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Der höchste Turm soll eine Höhe von 172,5 Metern haben. Damit wird die Sagrada Familia die höchste Kirche der Welt sein. Man trägt beim Bau aber dem Wunsch Gaudís Rechnung, wonach sie auf keinen Fall höher sein soll als Barcelonas Hausberg Montjuïc (180 Meter).

Michael Rabba

Corona-Ausbruch in Hamburger Bar: Behörden gehen von 600 Betroffenen aus

09:53
17.09.2020
Nach dem Corona-Ausbruch in einer Bar im Hamburger Schanzenviertel gehen die Behörden von rund 600 Betroffenen aus. 500 Menschen aus nahezu allen Hamburger Bezirken, die die Bar „Katze“ am 5., 8. oder 9. September besucht hatten, habe man bereits erreicht, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, am Donnerstag. Viele seien schon in Quarantäne. Bislang seien sechs Corona-Tests positiv ausgefallen, „darunter auch bei mehreren Beschäftigten der Bar“. Nach etwa 100 Barbesuchern werde noch gesucht. Viele hatten den Angaben zufolge falsche Kontaktdaten hinterlassen.

Am vergangenen Wochenende seien dem Gesundheitsamt die ersten Fälle aus der „Katze“ bekanntgeworden. Der Betreiber habe die Bar in dem beliebten Szene- und Partyviertel freiwillig geschlossen, sagte Helfrich. Offenbar war er damit einer drohenden Schließung durch das Gesundheitsamt zuvorgekommen.

In zweiwöchige Quarantäne müsse jeder, der als sogenannte „Kontaktperson eins“ eingestuft werde. Da in der Bar infizierte Bedienungen gearbeitet hätten, seien dies alle Gäste, die den Innenraum der „Katze“ an den fraglichen Tagen nach 19.00 Uhr betreten haben. „Ich gehe davon aus, dass der überwiegende Teil als Kontaktperson eins eingestuft wird und in Quarantäne gehen muss“, sagte Helfrich.

Ein Corona-Test werde vom Gesundheitsamt erst dann angeordnet, wenn Symptome auftreten. Die Quarantäne könne auch nicht - wie etwa im Falle von Reiserückkehrern aus Risikogebieten - durch einen negativen Test vorzeitig beendet werden.

Michael Rabba