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Gesundheitsminister Spahn besucht Uni-Klinikum in Kiel

09:22
19.08.2020
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn besucht am Mittwochnachmittag (17.00 Uhr) in Kiel gemeinsam mit Ministerpräsident Daniel Günther (beide CDU) das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH). Dort wolle sich Spahn von Klinikchef Jens Scholz das Konzept zur Behandlung von Corona-Patienten erläutern lassen, gesundheitspolitische Themen erörtern und auch mit Mitarbeitern des Krankenhauses sprechen, teilte das Klinikum mit. Das Klinikum hatte unter anderem Corona-Intensivpatienten aus Frankreich erfolgreich behandelt.

Das UKSH ist Schleswig-Holsteins einziger medizinischer Maximalversorger mit Standorten in Lübeck und Kiel. In Kiel wurde das für 321 Millionen Euro errichtete hochmoderne neue Zentralgebäude des UKSH mit 13 Fachkliniken vor einem Jahr eingeweiht. In Lübeck wurde im November 2019 ebenfalls ein zentraler Klinikneubau eingeweiht. Dieser Neubau kostete fast 269 Millionen Euro.

Zu den schwelenden gesundheitspolitischen Themen gehört auch die Bezahlung, die die Uni-Kliniken für das Vorhalten von Corona-Intensivbetten erhalten. Anfang August hatten die 16 Wissenschaftsminister einen Brandbrief an Spahn geschickt und mehr Geld gefordert.

UKSH-Vorstandsvorsitzender Scholz hatte dem „Hamburger Abendblatt“ gesagt, das UKSH prognostiziere einen Ergebnisverlust von über 60 Millionen Euro durch die Covid-19-Pandemie – „wenn wir von einer zweiten Welle hoffentlich verschont bleiben“. Hervorgerufen werde das durch fehlende Erlöse bei planbaren Operationen und „die Sorge von Patienten, sich im Krankenhaus anzustecken“. Das UKSH brauche als Ausgleich eine Erstattung von 900 Euro pro nicht belegtem Bett und Tag. Bis zum 13. Juli seien nur 560 Euro erstattet worden, danach 660 Euro. Rückwirkend gelte das nicht. Auf der anderen Seite gebe das UKSH außer der Reihe Millionenbeträge unter anderem für Schutzkleidung, Überstunden und Reinigung aus.

Reimann: Private Krankenkassen stärker an Corona-Kosten beteiligen

08:51
19.08.2020
Private Krankenkassen sollen sich nach einer Forderung von Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) stärker an den Kosten zur Bewältigung der Corona-Pandemie beteiligen. Die privaten Versicherungen beteiligten sich praktisch gar nicht an den zusätzlichen Kosten der Corona-Krise und fielen im Vergleich zu den gesetzlichen Krankenkassen sehr stark ab, sagte sie der „Bild“ (Mittwoch). Sie forderte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf, für einen fairen Ausgleich zu sorgen. 

Australiens Regierungschef will Corona-Impfpflicht

08:21
19.08.2020
Der australische Premierminister Scott Morrison will eine Corona-Impfpflicht für alle Bürger, sobald es einen Wirkstoff gibt. Die Impfung solle für die 25 Millionen Menschen im Land „so obligatorisch wie möglich sein“, sagte er am Mittwoch dem Radiosender 3AW. Ausnahmen seien nur aus medizinischen Gründen möglich, „aber das sollte die einzige Grundlage sein“, so Morrison. „Wir sprechen von einer Pandemie, die die Weltwirtschaft zerstört und Hunderttausende auf der ganzen Welt das Leben gekostet hat.“ Eine offizielle Entscheidung über eine solche Regel gibt es aber noch nicht.

Den Plänen zufolge soll die Impfung für alle Australier kostenlos sein. Die Regierung hatte zuvor eine Vereinbarung mit einem Pharmakonzern in Großbritannien geschlossen und sich einen möglichen Covid-19-Impfstoff gesichert, der derzeit von der Oxford University entwickelt wird. „Natürlich wird es erst einen freiwilligen Aufruf geben, und ich bin sicher, dass es für die Impfung lange Warteschlangen geben wird“, sagte der Oberste Gesundheitsbeamte Paul Kelly.

In Australien wurden bisher fast 24 000 Infektionsfälle bestätigt, knapp 450 sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Victoria mit der Millionenstadt Melbourne, wo seit Wochen erneut ein strikter Lockdown gilt