Letztes Update:
20200723102752

WHO: Ärzte und Pflegekräfte machen 10 Prozent aller Corona-Fälle aus

20:15
17.07.2020
Mehr als 1,3 Millionen Ärzte und Pflegekräfte weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang am neuartigen Coronavirus erkrankt. Beschäftigte im Gesundheitssektor machten bisher etwa 10 Prozent aller weltweiten Covid-19-Fälle aus, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Die Johns-Hopkins-Universität zählte bis Freitag 13,8 Millionen erfasster Coronavirus-Infektionen auf der ganzen Welt. Die jüngste Zahl der WHO lag am Donnerstag bei 13,4 Millionen Fällen.

Ärzte und Pflegekräfte riskierten nicht nur ihr Leben, sondern litten vielfach auch an körperlicher und psychischer Erschöpfung nach Monaten extrem fordernder Arbeit während der Pandemie, sagte Tedros. „Wir alle schulden den Beschäftigten im Gesundheitssektor enorm viel“, betonte er. Ausbreitung und Risiken von Infektionen unter medizinischen Fachkräften sollen besser erforscht werden.

Der Start der von der WHO geplanten Untersuchungsmission zum Ursprung der Pandemie in China soll sich derweil mindestens bis August verzögern. Der Arbeitsplan müsse entworfen, das Team aus der ganzen Welt zusammengestellt und dessen Quarantäne-Zeit in China abgewartet werden, sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan. Vor rund einer Woche hatte die WHO zwei Experten nach China geschickt, um die Untersuchung gemeinsam mit chinesischen Fachleuten vorzubereiten.

Max Seidenfaden

Rekordwert an Corona-Infektionen in Israel

20:12
17.07.2020
Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel ist so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Nach aktualisierten Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Freitagabend wurden für Donnerstag 1929 Fälle gemeldet - ein Rekordwert. Insgesamt wurden in Israel bislang 47 459 Infizierte registriert.

Mitte Mai hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Israel noch im niedrigen zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch seit Ende Mai immer weiter in die Höhe.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurde zu Beginn der Pandemie für sein Krisenmanagement gelobt. Inzwischen steht er stark in der Kritik. Die Wirtschaft des Landes ächzt unter den Folgen der Krise, die Arbeitslosigkeit liegt bei 21 Prozent. Die Regierung hatte in der Nacht auf Freitag neue Restriktionen angekündigt, darunter Lockdown-Maßnahmen an Wochenenden.

Max Seidenfaden

Hygiene-Professor: Tönnies könnte Blaupause für andere Betriebe sein

19:47
17.07.2020
Der Bonner Hygiene-Professor Martin Exner sieht die Anti-Corona-Maßnahmen beim Fleischverarbeiter Tönnies als mögliches Vorbild für andere Unternehmen. „Wir haben jetzt ein sehr abgewogenes Hygienekonzept, das kann eine Blaupause für andere Betriebe in ganz Deutschland werden“, sagte Exner am Freitag laut einer Mitteilung des Kreises Gütersloh.

Der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit in Bonn hatte im Auftrag des Kreises den Corona-Ausbruch bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück mit mehr als 1400 infizierten Beschäftigten untersucht. Unter anderem wurden daraufhin in der Fleischzerlegung bei Tönnies Hochleistungsfilter und UV-Strahlen bei der Luftumwälzung eingesetzt, der Mindestabstand zwischen den Arbeitern vergrößert und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben.

Das Vorgehen erklärte Exner anhand einer Ampel: Nach der Rot-Phase, in der der Betrieb geschlossen war, folge nun die Gelb-Phase, in der ein neues Hygienekonzept in der Anwendung überprüft wird. „Wir sind in der Gelb-Phase, wir sind noch nicht auf grün, sondern in der weiteren Beobachtung“, betonte der Wissenschaftler. Erst wenn sich zeige, dass die Infektionsrate bei den Arbeitern durch die Maßnahmen niedrig bleibe, gehe man in die Grün-Phase. Es sei nicht auszuschließen, dass in der Zwischenzeit neue Maßnahmen – bis hin zur Schließung des Werks – auferlegt werden müssten.

Max Seidenfaden