Letztes Update:
20201015082515

Niederlande: Notaufnahmen in Krankenhäusern zeitweise geschlossen

11:48
14.10.2020
Durch die Verbreitung des Coronavirus ist die Gesundheitsversorgung in den Niederlanden gefährdet. In Amsterdam, Rotterdam und Den Haag mussten die Notaufnahmen von Krankenhäusern bereits zeitweilig geschlossen werden, wie der Leiter des Netzwerkes Akute medizinische Versorgung, Ernst Kuipers, am Mittwoch dem Parlament in Den Haag mitteilte.

Weil alle Betten belegt waren und zu wenig Personal zur Verfügung stand, mussten Erste-Hilfe-Abteilungen für mehrere Stunden schließen und Krankenwagen Patienten in andere Krankenhäuser oder Städte bringen.

In der vergangenen Woche waren in den Niederlanden fast 44 000 Neuinfektionen registriert worden - 60 Prozent mehr als in der Vorwoche und 252 pro 100 000 Einwohner.

dpa

RKI-Chef hält massive Corona-Weiterverbreitung noch für vermeidbar

11:31
14.10.2020
Eine massive Weiterverbreitung bei den Corona-Fallzahlen ist aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) noch vermeidbar. Er gehe davon aus, dass man in Deutschland das exponentielle Wachstum, noch unterdrücken könne, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch in Berlin. „Aber dafür müssen wir uns auch anstrengen.“ Er halte die derzeitige Situation nicht für gefährlicher als die im Frühjahr.

Insgesamt sieht Wieler heute im Vergleich zum März viel mehr Erfahrung und Wissen im Umgang mit dem Virus, etwa um die Maßnahmen geschickter einzusetzen und um bei Ausbrüchen schnell zu reagieren. Sollten die Zahlen jedoch weiter steigen, steige aber die Gefahr, mahnte Wieler. Man müsse versuchen, sie klein zu halten. Entscheidend sei das Verhalten der Gesellschaft, das Virus selbst habe sich nicht verändert.

Zur Diskussion um die als kritisch definierte Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen sagte Wieler, es gebe keinen perfekten Wert. Der 50er-Wert habe sich aber in den vergangenen Monaten bewährt und werde auch in anderen Ländern genutzt. Er halte ihn für „praktikabel“. Der Charité-Epidemiologe Stefan Willich hatte kürzlich moniert, es fehle ein „vernünftiger Bezugsrahmen“ - schließlich würden schon allein wegen der Ausweitung der Tests Überschreitungen des Werts wahrscheinlicher.

dpa

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