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20201008122318

Lothar Wieler „beunruhigt“ über Corona-Lage

07:41
08.10.2020
Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat sich angesichts der Entwicklung der Corona-Zahlen in Deutschland besorgt geäußert. „Die aktuelle Situation beunruhigt mich sehr“, sagte er am Donnerstag in Berlin. „Wir wissen nicht, wie sich die Lage in Deutschland in den nächsten Wochen entwickeln wird. Es ist möglich, dass wir mehr als 10 000 neue Fälle pro Tag sehen. Es ist möglich, dass sich das Virus unkontrolliert verbreitet.“ Er hoffe, dass die Infektionen auf einem Level gehalten werden, mit dem man umgehen könne, sagte Wieler. „Unser Ziel ist, so wenig wie möglich Infektionen zuzulassen.“ Nur dann werde das Gesundheitssystem nicht überlastet, und nur dann verhindere man viele schwere Verläufe und Todesfälle.

Nach Einschätzung des RKI-Chefs ist Deutschland bisher wegen der Schutzmaßnahmen gut durch die Krise gekommen. „Es sind nicht so viele Menschen erkrankt und gestorben, weil wir gemeinsam Maßnahmen ergriffen haben und uns daran gehalten haben.“ Er rief dazu auf, weiter die Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten. So könne man einen großen Teil der Infektionen verhindern. 

dpa

Kürzerer Aufenthalt in Raum soll Corona-Risiko vermindern

09:46
08.10.2020
Die Menschen können das in Räumen besonders hohe Corona-Risiko nach Expertenangaben durch Lüften und einen kürzeren Aufenthalt im Raum deutlich verringern. „Wir können das Risiko halbieren, wenn wir doppelt so viel Luft hereinbringen“, sagte Martin Kriegel, Experte für die Verbreitung von Aerosolen, am Donnerstag in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin. Auch eine geringere Aufenthaltsdauer vermindere das Infektionsrisiko. „Wenn wir die halbieren, halbieren wir das Risiko auch.“

Komplette Entwarnung gebe es dadurch aber nicht. Die Anzahl möglicherweise virenbeladener Teilchen sinke durch das Lüften. „Je mehr saubere Luft wir hinzufügen, desto geringer wird diese Anzahl.“ Aber es gelte auch: „Diese Anzahl wird nie null.“ Einen Luftwechsel, nach dem ein Raum sicher sei, gebe es nicht. Spahn teilte mit, dass ein vom Bundeskabinett beschlossenes 500-Millionen-Euro-Programm zur Förderung von Um- und Einbauten von Raumluftanlagen und -filtern derzeit in der Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums vorangetrieben werde.
Kriegel ist Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts an der Technischen Universität Berlin. Es handelt sich um das weltweit älteste universitäre Institut im Bereich Heizung, Ventilation und Belüftung.

dpa

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