Nach der Ansteckung eines Kinderarztes am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) mit dem neuen Coronovirus gibt es bislang keine weiteren bestätigten Infektionsfälle. Das teilten die Behörden und das UKE am Freitag in der Hansestadt mit. Derzeit werden rund 50 enge Kontaktpersonen des Manns aus dem Patienten- und Kollegenkreis überwacht und isoliert. Die Tests auf mögliche Infektionen unter diesen liefen jedoch noch.
Die Ansteckung eines Mediziners aus einem Krankenhaus sei eine "besondere Situation", sagte die Hamburger Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Freitag vor Journalisten. Die Behörden unterstützten das UKE in jedem erforderlichen Maß. Es werde dabei vor allem "alles getan", um die Betroffenen zu betreuen.
Der Arzt wohnt in Schleswig-Holstein und war kürzlich in Italien im Urlaub, jedoch nicht in einer offiziell als Coronarisikogebiet geltenden Gegend. Zunächst war er symptomfrei. Er trat daher am Montag seinen Dienst auf einer Station für Säuglinge und Kleinkinder an.
Am Dienstag fühlte er sich laut Behörden und UKE dann krank und bracht seine Arbeit ab. Nach einer weiteren Verschlechterung schlug er am Donnerstag Alarm und ließ sich unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen im UKE testen. Der Mediziner sei inzwischen wieder symtomfrei, sagte UKE-Vorstand Joachim Prölß. Dem Mann gehe es "gut".
Experten des Krankenhauses und der Gesundheitsbehörden identifizierten 54 enge Kontaktpersonen, die getestet und vorsorglich isoliert wurden. Darunter sind 16 junge Patienten, die sich jeweils mit einem Elternteil als Begleiter in der Klinik aufhalten. Diese werden auf der Station isoliert, auf der sie ohnehin behandelt werden. Zu den Kontaktpersonen gehören ferner zwölf Ärzte, die sich jetzt zu Hause für 14 Tage in Isolation begeben.