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20200825101358

Neue Quarantänepflicht bei Reisenden bitterer Rückschritt

09:50
25.08.2020
Die Luftverkehrswirtschaft fürchtet herbe Einschnitte, falls Rückkehrer aus Risikogebieten vor einem Test mindestens fünf Tage in Quarantäne müssen. Dies beabsichtigen die Gesundheitsminister des Bundes und der meisten Länder. Eine pauschale Quarantänepflicht nach dem Besuch von Risikogebieten sei de facto eine Reisebeschränkung, die den Verkehr zum Erliegen bringe, erklärte der Präsident des Branchenverbandes BDL, Peter Gerber, am Dienstag in Berlin. „Damit werden erneut rund 80 Prozent der Flugziele im Luftverkehr mit Deutschland blockiert.“ Das sei ein „bitterer Rückschritt“.

Die verpflichtenden Covid-19-Tests hätten im Juli den Luftverkehr zu vielen Zielen überhaupt erst ermöglicht, erklärte der Lufthansa-Manager. Es sei ein „alarmierendes Zeichen“, dass die Testkapazitäten von den Behörden nicht hinreichend ausgebaut worden seien. Eine pauschale Quarantänepflicht sei nicht nur unverhältnismäßig, sondern obendrein auch schwerer zu kontrollieren als eine Testpflicht. Ein Rückbau der gerade erst aufgebauten Testinfrastruktur sei der falsche Weg.
Am Montagabend hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen, dass es kostenlose Corona-Tests für Urlauber bei der Einreise nach Deutschland nach Ende der Sommerreisesaison nicht mehr geben soll. Außerdem soll die erst kürzlich eingeführte Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten wieder abgeschafft werden. Für solche Reisenden soll wieder ausschließlich die Quarantäneregelung gelten. Das heißt: Die Betroffenen müssen sich wie bisher beim Gesundheitsamt melden und sich in Quarantäne begeben. Diese soll im Unterschied zur jetzigen Regelung erst dann verlassen werden dürfen, wenn ein frühestens fünf Tage nach der Einreise gemachter Test ein negatives Ergebnis nachweist.

dpa

Minister beraten über Reaktionen auf steigende Corona-Zahlen

07:57
24.08.2020
Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten an diesem Montag in einer Telefonkonferenz über mögliche Reaktionen auf die Zunahme registrierter Corona-Neuinfektionen. Sie wollen dabei über verschiedene mögliche Maßnahmen sprechen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Morgen aus Kreisen der Gesundheitsminister erfuhr. Dazu zählen auch eine mögliche erweiterte Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Masken in Deutschland und eine Anpassung der Strategie für Corona-Tests.

Auch eine mögliche Begrenzung der Größe von Veranstaltungen soll auf die Tagesordnung kommen. In der Frage, ob es neue Obergrenzen für private Feste geben sollte, gibt es bisher keine klare Linie. Eine mögliche Vereinheitlichung von Bußgeldern bei Verstößen gegen die Infektionsschutzregeln dürfte ebenfalls zur Sprache kommen, wie es weiter hieß.
Mit Entscheidungen wird nicht gerechnet. Es gilt aber als möglich, dass die Gesundheitsminister Empfehlungen aussprechen für eine Runde der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Donnerstag. Eine mögliche Neujustierung der Infektionsschutzregeln soll erst in diesem Kreis vorgenommen werden.

Auch der Koalitionsausschuss mit den Spitzen von Union und SPD an diesem Dienstag befasst sich mit dem weiteren Umgang mit der Pandemie und ihren Folgen. Der Vorbereitung der Beratungen der Ministerpräsidenten mit Merkel dient auch eine Besprechung der Chefs der Staatskanzleien.

dpa

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