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Frankreich geht bei Corona-App eigenen Weg

18:12
29.05.2020
Der französische Staatssekretär Cédric O hat für die Nutzung der französischen App für die Corona-Bekämpfung geworben. „Es ist keine Zauberlösung, aber es ist nützlich und notwendig“, sagte er am Freitag in einem Interview der Nachrichtenagentur AP. Die Kontaktverfolgungs-App StopCovid soll der Öffentlichkeit ab dem 2. Juni zur Verfügung stehen.
Mit dem Smartphone in der Hand erklärte O: „Stellen Sie sich vor, wir sitzen nebeneinander oder einander gegenüber - wir kennen uns nicht. Oder wir laufen in der U-Bahn aneinander vorbei. Die Telefone von uns beiden werden eine Aufzeichnung dieses Kontakts behalten.“ Positiv auf das Virus getestete Personen sollen mit der App schnell einen Hinweis verschicken können, um Menschen, zu denen sie engen Kontakt hatten, zu warnen, damit diese sich testen lassen können.
Frankreich geht bei der App einen anderen Weg als Deutschland. StopCovid speichert anonymisierte Daten in einer vom Staat betriebenen zentralen Datenbank. O begründete die Entscheidung Frankreichs, keine von Google und Apple in der vergangenen Woche veröffentlichte Technologie zu nutzen. „Wir denken, Gesundheitsdaten sollten von Gesundheitsbehörden gespeichert werden und nicht vom Privatsektor“, sagte er.
Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien, Irland und Estland neigen hingegen zu einem dezentralisierten Ansatz, den auch viele Datenschutzexperten bevorzugen, weil die anonymen Identifizierungscodes für Kontakte nur auf den Geräten gespeichert werden. Die Technologie von Google und Apple arbeitet mit dem dezentralen System und wird von Deutschland genutzt.
Die französische Regierung hält die dezentrale Lösung laut O für „weniger leistungsfähig aus Sicht der Gesundheitspflege“. Er sagte: „Wir hätten weniger Informationen.“
Die Nutzung der App sei freiwillig und niemand habe Zugang zu den Daten, versicherte O. Die App erstelle keine Liste infizierter Personen und die Daten würden nach 14 Tagen gelöscht.
Das französische Parlament beschloss die App am Mittwoch nach einer kontroversen Debatte über Datenschutz. Manche Oppositionsabgeordnete äußerten die Befürchtung, dass die App zu einer breiteren Überwachung durch den Staat führe.

AP

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