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Italien testet ab Montag 150 000 Menschen auf Corona-Antikörper

12:11
24.05.2020
In Italien startet am Montag eine Antikörpertest-Studie mit rund 150 000 Teilnehmern, um die Dunkelziffer der Corona-Infizierten zu ermitteln. Das Gesundheitsministerium und die Statistikbehörde wollen mit dem nationalen Roten Kreuz Bluttests von Menschen aus 2000 Orten nehmen. Das teilte das Ministerium in Rom am Wochenende mit. Die repräsentativ ausgewählten Teilnehmer würden telefonisch um ihre Mithilfe gebeten. Die Teilnahme sei aber freiwillig, die Daten würden für die Forscher anonymisiert. Nach Angaben eines italienischen Experten gibt es zudem Hinweise darauf, dass es erste Corona-Fälle in Italien bereits im Dezember gab.
Die große Antikörper-Untersuchung war im April angekündigt worden. Derartige Tests sind wichtig, um herauszufinden, ob jemand bereits mit Corona infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat. So lässt sich der Kontakt mit dem Virus auch bei Menschen nachweisen, die kaum oder keine Symptome der Covid-19-Krankheit hatten. Diese wissen oft gar nichts von ihrer Infektion.
In Italien waren die ersten Ansteckungsfälle innerhalb des Landes im Februar in der Lombardei aufgefallen. Danach wurde das Land heftig von der Lungenkrankheit erfasst. Der Zivilschutz registrierte bisher rund 230 000 Menschen, die positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden sind. Die Zahl der offiziellen Covid-19-Opfer liegt bei rund 33 000. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.
Dabei gibt es Hinweise, dass das Virus schon Wochen vor dem ersten Nachweis in Italien kursierte. So sagte ein Experte der Gesundheitsbehörden in Ligurien, Filippo Ansaldi, am Wochenende in Genua im Fernsehen, in der Region habe es nach Studien vermutlich schon am 8. Dezember erste Fälle gegeben. In Frankreich war bereits zuvor in einer Blutprobe von Ende Dezember nachträglich das Coronavirus nachgewiesen worden.
In Spanien wurde der Start einer Antikörper-Studie mit rund 90 000 Menschen im April angekündigt. In Deutschland verschob das Robert Koch-Institut (RKI) eine geplante repräsentative Untersuchung mit rund 30 000 Personen um mehrere Monate auf September.

dpa

Woidke warnt vor Corona-Verschwörungstheorien

12:47
21.05.2020
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat davor gewarnt, dass das Grundgesetz bei Protesten gegen Corona-Auflagen für Verschwörungstheorien vereinnahmt wird. „Mit kruden Weltbildern wird versucht, Staat und Demokratie in unserem Land zu diskreditieren“, erklärte der amtierende Bundesratspräsident am Donnerstag anlässlich des Tages des Grundgesetzes am kommenden Samstag (23. Mai). „Lassen wir nicht zu, dass die Sorgen von Menschen missbraucht werden.“ Einzelne Artikel des Grundgesetzes dürften nicht herausgehoben werden, „um sie einseitig über andere zu stellen“.

Woidke sagte, die Einschränkungen müssten klar begrenzt und verhältnismäßig sein. „Das ist jederzeit überprüfbar.“ Außenminister Heiko Maas hatte die Bürger zuvor gewarnt, sich von Extremisten vereinnahmen zu lassen. In zahlreichen deutschen Städten demonstrieren Menschen gegen die staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Bei den bisherigen Protesten wurden häufig die Abstandsregeln missachtet, oft keine Schutzmasken getragen. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden versuchen Rechtsextremisten vielerorts, die Proteste für sich zu nutzen. An diesem Wochenende sind erneut Demos in mehreren Städten geplant.

dpa

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