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Luxemburg testet seine gesamte Bevölkerung

13:15
28.04.2020
Luxemburg will seine gesamte Bevölkerung auf das neuartige Coronavirus testen. Alle gut 600.000 Einwohner sollten binnen eines Monats untersucht werden, sagte Forschungsminister Claude Meisch am Dienstag bei einer Video-Pressekonferenz. Damit müssten rund 20.000 Corona-Tests am Tag vorgenommen werden. Laut Meisch wird die Test-Offensive rund 40 Millionen Euro kosten.

Bislang wurden in dem Großherzogtum gut 39.000 Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet. Dabei wurden 3729 Infektionen nachgewiesen, 88 der Infizierten starben.
Weil kommenden Montag in Luxemburg der Unterricht an den Hochschulen wieder aufgenommen werden soll, werden laut Meisch zuerst Studenten und Dozenten getestet. Sie seien bereits schriftlich aufgefordert worden, zu einem der 17 Test-Zentren im Land zu kommen.
"Lassen Sie sich testen, das ist ein sehr wichtiger Beitrag, damit Sie in den kommenden Wochen und Monaten ein freieres Leben führen können", appellierte der Leiter des Test-Programms, Ulf Nehrbass, an die Bevölkerung. Auch die rund 200.000 Grenzgänger, die täglich nach Luxemburg zur Arbeit kämen, sollten sich auf das neuartige Coronavirus testen lassen.

Gesundheitsministerin Paulette Lenert versicherte: "Wir sind das Land in Europa, das am meisten testet und das bei Weitem." In Luxemburg hat überdies jeder bereits fünf chirurgische Schutzmasken erhalten, weitere Schutzmasken gingen an Unternehmen in dem Großherzogtum.

AFP

Kubicki kritisiert RKI scharf - Zahlen wirken „politisch motiviert“

12:59
28.04.2020
Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat das Robert Koch-Institut und seinen Präsidenten Lothar Wieler wegen der regelmäßig verbreiteten Corona-Zahlen scharf kritisiert. Diese „vermitteln eher den Eindruck, politisch motivierte Zahlen zu sein als wissenschaftlich fundiert“, sagte Kubicki am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Er wies insbesondere auf den Reproduktionszahl hin, die nach RKI-Angaben bundesweit von 0,9 auf 1,0 gestiegen ist. Während Ministerpräsident Markus Söder für Bayern, das Land mit den meisten Infektionen, einen R-Wert von 0,57 verkünde, melde das RKI bundesweit einen Wert von 1, sagte Kubicki. „Woher dieser Wert bei sinkenden Infektionsraten kommen soll, erschließt sich nicht einmal mehr den Wohlmeinendsten.“

Dass Wieler auf einen Methodenwechsel bei der Berechnung des Wertes und nunmehr auf seine abnehmende relative Bedeutung hinweise, sei erstaunlich. „Es trägt nicht dazu bei, die täglichen Wasserstandsmeldungen des Instituts noch für seriös zu halten.“ Hinzu komme, dass die vom Helmholtz-Zentrum und der TU Ilmenau ermittelten Werte deutlich von den Schätzungen des RKI abwichen, sagte Kubicki, der auch Vizepräsident des Bundestags ist. „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Der R-Wert des RKI steigt ausgerechnet zur Konferenz der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten, bei der vor weiteren Lockerungen gewarnt werden soll.“

Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele andere Menschen ein Infizierter ansteckt. Ein Wert von 1 bedeutet, dass ein Infizierter das Virus auf genau einen anderen Menschen überträgt. Um die Pandemie abflauen zu lassen, müsste der Wert unter 1 liegen. Die Größe ist ein wichtiger Faktor bei den Beratungen von Bund und Ländern über weitere Lockerungen der coronabedingten Beschränkungen.

dpa

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