In der Corona-Pandemie mehren sich Forderungen nach Erleichterungen für Kinder von den geltenden Einschränkungen. "Wir haben schönstes Wetter, die Kinder brauchen Bewegung", sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) am Mittwoch den Sendern RTL und n-tv. Sie forderte daher, die Sperrung von Spielplätzen wieder aufzuheben. Ähnlich äußerte sich auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).
Gerade in der Großstadt hätten Kinder sehr wenig Bewegungsmöglichkeiten. Daher finde sie "eine kategorische Schließung von Spielplätzen nicht mehr richtig", sagte Giffey. Allerdings müsse es weiter Schutzmaßnahmen geben. So könnte beispielsweise nur eine bestimmte Zahl von Kindern eingelassen werden. Eine Einlassbeschränkung sei im Baumarkt möglich, "wieso nicht auf Spielplätzen?", frage die Ministerin. "Spielplatzkümmerer" sollten darauf achten, dass dies eingehalten werde.
Giffey wies darauf hin, dass Kinder derzeit unter sehr starken Einschränkungen leben müssten: "Sie dürfen ihre Freunde nicht sehen, nicht auf den Spielplatz, nicht in die Kita, nicht zu Oma und Opa." Man müsse daher zwischen Kindeswohl auf der einen Seite und Gesundheitsschutz auf der anderen Seite abwägen. "Kinderschutz ist auch Gesundheitsschutz", sagte die Familienministerin.
Sie sprach sich auch dafür aus, die Kita-Notbetreuung auf Kinder auszuweiten, die von Vernachlässigung und Gewalt bedroht seien. In eine geänderte Regelung müssten "nicht nur systemrelevante Berufe mit reinkommen, sondern auch Kinder, deren Kindeswohl gefährdet ist, bei denen das Jugendamt empfiehlt, zusätzlich zu unterstützen", verlangte Giffey.