Eine künstliche Beatmung, wie sie Covid-19-Patienten mit sehr schweren Verläufen erhalten, löst aus Expertensicht nicht grundsätzlich bleibende Gesundheitsschäden an der Lunge aus. „Wir haben keine Daten, die nahelegen, dass es tatsächlich einen dauerhaften Schaden zur Folge hat“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), Michael Pfeifer, am Freitag. Zwar gebe es Patienten, bei denen beispielsweise der Heilungsprozess nach einer künstlichen Beatmung länger dauere. „Aber ob das dauerhaft ist, werden wir erst in einigen Monaten sehen.“
Andere Formen schwerer Lungenerkrankungen, bei denen der Patient künstlich beatmet werden müsse, hätten gezeigt, dass die Lunge sich sehr gut erholen konnte - vorausgesetzt, es bestünden keine Vorschäden, sagte Pfeifer weiter. „Die Angst, die immer wieder diskutiert wird, dass eine Beatmung per se zu einem dauerhaften Schaden führen muss, ist sicherlich nicht gerechtfertigt.“ Die Alternative wäre, den Patienten bei einem schweren Verlauf nicht zu beatmen - was aber wahrscheinlich dessen Tod bedeute. „In diesem Fall muss man lebensrettend eingreifen.“