Ab Donnerstag müssen Krankenhäuser mit Intensivbetten täglich ihre aktuellen Kapazitäten melden. Bis neun Uhr müssen die Kliniken jeden Tag ihre Bettenkapazitäten an das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) melden, wie diese mitteilte. Damit trat eine Anordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) voll in Kraft. Politische Entscheidungsträger könnten sich zukünftig an den Daten orientieren, erklärte Divi-Präsident Uwe Janssens.
Zu den Inhalten der Meldepflicht für die Kliniken mit Intensivstation gehören unter anderem die Zahl der belegten Betten, der insgesamt belegbaren Betten sowie eine Einschätzung dazu, wie viele Neuaufnahmen in den kommenden 24 Stunden möglich wären. Außerdem müssen sie melden, wie viele Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt beziehungsweise beatmet werden, sowie die Anzahl derer, die bereits entlassen wurden.
Die Medizinervereinigung plant zudem die Bereitstellung von Prognosemodellen. "Anhand derer kann die Auslastung von Intensivstationen sowie die Entwicklung von intensivmedizinischen Covid-19-Behandlungen für einige Wochen vorausgesagt werden", erklärte Divi-Lungenexperte Christian Karagiannidis.
Im Intensivregister wurden bis Donnerstagfrüh 11.312 freie Intensivbetten an bundesweit 1067 Krankenhausstandorten gemeldet. Belegt waren dem täglichen Divi-Bericht zufolge 15.316 Betten. Divi wies jedoch darauf hin, dass im Register gegebenenfalls noch nicht alle Intensivbetten großer Krankenhäuser berücksichtigt sind. Daher decke der Bericht vermutlich weniger als die Hälfte aller Intensivbetten ab, hieß es.