Die Linke kritisiert, dass trotz der Corona-Sonderregelung zu Mietschulden noch immer Zwangsräumungen möglich sind. "Zwar kann Miete jetzt bis zu drei Monate gestundet werden", sagte Linken-Chef Bernd Riexinger der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. "Das betrifft aber nur das Entstehen von neuen Mietschulden." Bereits begonnene Räumungsverfahren liefen weiter.
Die derzeit lokal unterschiedliche Umsetzung müsse "durch ein generelles Verbot von Zwangsräumungen während der Corona-Krise harmonisiert werden", forderte Riexinger. Das müsse auch für Menschen gelten, die mit der Miete im Rückstand sind. "Das gebietet sowohl die Menschlichkeit als auch die Bekämpfung von Pandemien."
In einer Zeit, in der alle Menschen in ihren Wohnungen bleiben sollten, "müssen selbst die kaltherzigsten Profit- und Paragraphenritter einsehen, dass Zwangsräumungen keine Option sein können", sagte der Linken-Chef.
Dem im März beschlossenen Gesetz zufolge darf Mietern, die wegen der Corona-Krise zwischen April und Juni ihre Miete nicht bezahlen können, nicht gekündigt werden. Ihnen droht daher auch keine Zwangsräumung. Auf bereits zuvor eingeleitete Räumungsverfahren hat dieses Gesetz aber keine Auswirkungen.