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Von der Leyen fordert im Kampf gegen Krise mehr EU-Solidarität

08:04
02.04.2020
EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen fordert im Kampf gegen die Corona-Krise mehr Solidarität in der Europäischen Union. In diesem Rahmen werde die EU für das geplante europäische Kurzarbeitergeld nach deutschem Vorbild in Europa bis zu 100 Milliarden Euro aus EU-Mitteln bereitstellen, erklärte von der Leyen in einem Schreiben, das in der italienischen Zeitung "La Repubblica" am Donnerstag veröffentlicht wurde. Angefangen werde mit Italien. Europa stehe Italien zur Seite. "Nur mit Solidarität können wir aus dieser Krise herauszukommen". Die Kluft zwischen einzelnen Staaten gefährde alle. Von der Leyen hatte die Pläne für ein europäisches Kurzarbeitergeld am Mittwoch vorgelegt, ohne allerdings finanzielle Details zu nennen.
Die Brüsseler Behörde habe vorgeschlagen, jeden verfügbaren Euro im EU-Jahreshaushalt in den Kampf gegen die Coronavirus-Krise zu stecken, erklärte von der Leyen. Sie kritisierte zugleich Alleingänge einzelner EU-Staaten. Zu viele hätten sich in den ersten Tagen der Krise auf ihre eigenen Probleme konzentriert, was "schädlich" war und hätte vermieden werden können. Namen der angesprochenen Staaten nannte sie nicht. Einzelheiten zu den Kurzarbeiter-Hilfen will die EU-Kommission im Tagesverlauf bekanntgeben. Bei dem deutschen Modell zahlt der Staat einen Teil der Löhne und Gehälter der Beschäftigten von Unternehmen weiter, die ihre Kapazitäten ganz oder teilweise herunterfahren. 

reuters

Bayer will möglichen Covid-19-Wirkstoff auch in Europa produzieren

07:40
02.04.2020
Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer schafft nun auch in Europa Produktionsmöglichkeiten für den Wirkstoff Chloroquin im möglichen Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19. Bayer-Chef Werner Baumann kündigte am Donnerstag im Interview mit dem „Handelsblatt“ an, dass Produktionsanlagen auch in Europa für die Fertigung des Medikaments Resochin mit dem Wirkstoff Chloroquin angepasst werden sollen. Bisher wird das Mittel, das Bayer in der Krise kostenlos an Regierungen spenden will, nur an einem Standort in Pakistan hergestellt.
Das bereits in den 1930ern entwickelte Medikament zur Malariaprophylaxe ist schon seit einigen Wochen im Gespräch, nachdem Tests an Zellkulturen eine Hemmung der Vermehrung des neuartigen Coronavirus gezeigt hatten, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. „Es gibt Hinweise darauf, dass Resochin im Labor und in ersten klinischen Untersuchungen die Viruslast senkt“, sagte Baumann dem Blatt. Es seien aber weitere klinische Studien notwendig, um das Verhältnis von Nutzen und Risiko zu klären. Diese würden nun unter anderem von der Weltgesundheitsorganisation WHO gestartet.
Chloroquin war im März auch außerhalb von Fachkreisen verstärkt ins Gespräch gekommen, nachdem US-Präsident Donald Trump für den Einsatz des Malaria-Medikaments bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten geworben hatte. Experten sind angesichts möglicher Nebenwirkungen aber vorsichtig und warnen vor einer Selbstmedikation. So ist etwa in Frankreich die Behandlung von Covid-19-Erkrankten nur bei schweren Verläufen und nach Abstimmungen mit Ärzten erlaubt.

dpa

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