Letztes Update:
20200327212058

WHO: Welt muss „mit diesem Virus leben“

21:20
27.03.2020
Der Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation, Dr. Michael Ryan, hat sich für einen geänderten Umgang mit dem Coronavirus ausgesprochen. Statt Maßnahmen zur Abkühlung der Pandemie durchzuführen, solle die Welt anstreben, es zu ermöglichen, „zumindest mit diesem Virus zu leben bis wir einen Impfstoff entwickeln können, um es los zu werden“, sagte er am Freitag. Dies deutete auf eine geänderte Denkweise und zunehmende Resignation bei der WHO hin und dass die Organisation davon ausgeht, dass Sars-CoV-2 noch eine Weile Bestand haben wird.
„Derzeit kann niemand vorhersagen, wie lange diese Epidemie dauern wird“, sagte er. Die Zukunft sei ungewiss. „Viele Länder rund um die Welt beginnen erst den Zyklus dieser Epidemie.“

ap

USA haben mehr als 100.000 Infizierte

21:02
27.03.2020
In den USA sind 100.040 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das ist nach Reuters-Daten weiterhin weltweit die höchste Infektionszahl. In China, wo die Pandemie ihren Anfang nahm, wurden nach offiziellen Angaben 81.340 Infektionen bestätigt, in Italien sind es 86.498.

Reuters

Trump will General Motors zur Produktion von Beatmungsgeräten zwingen

20:46
27.03.2020
Unter Nutzung eines ursprünglich für Kriegszeiten entwickelten Gesetzes hat US-Präsident Donald Trump dem Autobauer General Motors (GM) die Produktion von Beatmungsgeräten befohlen. Das Unternehmen müsse Verträge zur Produktion von Beatmungsgeräten „akzeptieren, durchführen und priorisieren“, erklärte das Weiße Haus am Freitag. Das zuständige Ministerium werde angesichts der Corona-Epidemie die Zahl der zu produzierenden Apparate festlegen. Beatmungsgeräte werden in Krankenhäusern in großer Zahl gebraucht, um an der Lungenkrankheit Covid-19 leidende Patienten zu versorgen.
Nur wenige Stunden zuvor hatte Trump GM über Twitter angegriffen. Der Konzern halte sein Versprechen nicht ein, „sehr schnell“ 40 000 Beatmungsgeräte zu liefern, behauptete er. Trump drohte GM damit, das für Kriegszeiten vorgesehene Gesetz einzusetzen, mit dem er stärker in die Privatwirtschaft eingreifen kann. Trump hatte das Gesetz Mitte des Monats unterschrieben, bislang aber nicht angewendet.
Die Herstellung der benötigten Beatmungsgeräte gilt für branchenfremde Unternehmen als sehr komplex. Firmen wie GM beteuern, bereits auf Hochtouren an Lösungen zu arbeiten, um dem Land in der Coronavirus-Krise zu helfen. GM hatte am Freitag mitgeteilt, bald für Ventec Life Systems Beatmungsgeräte zu bauen, die ab nächstem Monat ausgeliefert werden sollen. GM beginne auch mit der Fertigung von chirurgischen Atemschutzmasken.
Trump steht wegen seines Krisenmanagements und relativierenden Äußerungen zur Corona-Pandemie in der Kritik. Noch am Vorabend hatte er im Sender Fox News Zweifel an einem von US-Bundesstaaten beklagten Versorgungsmangel angebracht. „Ich glaube nicht, dass man 40 000 oder 30 000 Beatmungsgeräte braucht“, sagte er in einer Talkshow.

dpa

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