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Drei Wochen Ausgangssperre für 1,3 Milliarden Inder

16:40
24.03.2020
In der Corona-Krise hat Indien eine dreiwöchige Ausgangssperre für seine fast 1,4 Milliarden Menschen erlassen. Die Maßnahme gelte ab Mitternacht, kündigte Ministerpräsident Narenda Modi am Dienstag in einer Fernsehansprache an. „Es wird ein komplettes Verbot geben, das Haus zu verlassen“, sagte Modi. Es gebe keine andere Chance, das Virus zu stoppen. Der „lock down“ werde wirtschaftliche Folgen haben, doch die Rettung von Menschenleben gehe vor.
In Indien wurden laut dem John Hopkins Center in Baltimore bis Dienstagabend (MEZ) 519 Corona-Fälle bestätigt. Zehn Menschen starben an der durch das Virus ausgelösten Krankheit COVID-19. Am Sonntag hatte es bereits eine freiwillige Ausgangsbeschränkung im Land gegeben.
„Bleiben Sie im Haus“, twitterte Modi nun. „Bitte keine Panikkäufe.“ Die Zentral- und die Landesregierungen würden dafür sorgen, dass alles Wichtige verfügbar sei. Lebensmittelläden, Banken und Medien sind laut Innenministerium von der Schließung ausgenommen. Viele Produktionsbetriebe müssen die Arbeit aber stoppen, sämtliche öffentliche Verkehrsmittel werden stillgelegt.
Indien hat bereits den Eisenbahnverkehr für Passagiere gestoppt und den Nahverkehr stark eingeschränkt. Sehenswürdigkeiten, Schulen, Universitäten und Museen sind geschlossen. Auch der Flugverkehr ins Ausland ist ausgesetzt.

epd

Frankreich rüstet TGV für Verlegung von Kranken um

16:25
24.03.2020
Für den Abtransport von Corona-Infizierten aus dem Risikogebiet im Elsass setzt Frankreich erstmals einen Hochgeschwindigkeitszug ein. Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran sagte am Dienstag in Paris, der medizinisch umgerüstete TGV der Staatsbahn werde am Mittwoch 30 Kranke aus überlasteten Kliniken in Straßburg und Mülhausen wegbringen. Dies sei eine "Premiere in Europa", sagte Véran. Wohin die Menschen verlegt werden, sagte er nicht.

Zuvor waren bereits mehrere schwer kranke Patienten aus dem Grenzgebiet nach Deutschland und in die Schweiz gebracht worden. Zudem wurden 18 weitere Kranke aus dem Elsass mit Flugzeugen in andere französische Landesteile verlegt, wo mehr Betten bereitstehen.

Inzwischen nahm auch ein Militärlazarett bei Mülhausen die Arbeit auf. In das Lazarett mit 30 Betten wurde nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums ein erster Patient eingeliefert.

Das Robert-Koch-Institut stuft die gesamte französische Region Grand Est an der deutschen Grenze als Risikogebiet ein. Dazu gehört auch das Elsass. In der Region kamen nach offiziellen Angaben mehr als 330 Menschen ums Leben. Das ist mehr als ein Drittel der Gesamtzahl von 860 Toten in Frankreich.

AFP

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