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Kreuzfahrtschiffe mit möglichen Corona-Fällen an Bord suchen Häfen zum Anlegen

15:15
24.03.2020
In der Coronavirus-Krise irren immer noch Kreuzfahrtfahrtschiffe auf den Weltmeeren herum, die wegen möglicher Infektionsfälle an Bord nicht anlegen können. Chile wies am Montag das unter niederländischer Flagge fahrende Schiff "Zaandam" ab, weil mehrere Menschen an Bord unter grippeähnlichen Symptomen leiden. Die Reederei Holland America sucht nun einen Hafen, in dem die Kranken von Bord gehen können, bevor das Schiff seine Reise nach Fort Lauderdal in Florida fortsetzen kann.

Das Schiff war am 7. März in Buenos Aires in See gestochen. Nach Angaben der Reederei sind 13 der 1243 Passagiere und 29 der 586 Besatzungsmitglieder krank. Die Kranken und enge Kontaktpersonen wurden demnach isoliert. Sie an Bord auf das neuartige Coronavirus zu testen, ist nach Angaben der Reederei nicht möglich.

Die italienische Reederei Costa Cruises hatte zuvor bereits angekündigt, mehr als 700 Menschen auf ihrem Schiff "Victoria" zu isolieren, nachdem ein Fahrgast positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Medienberichten zufolge handelt es sich um eine 63-jährige Frau aus Argentinien. Sie wurde nach Angaben der Reederei in ein Krankenhaus auf Kreta gebracht.

An Bord der "Victoria", die eigentlich am kommenden Samstag in ihrem Zielhafen Venedig eintreffen sollte, befinden sich nach Angaben der Reederei insgesamt 726 Passagiere und 776 Besatzungsmitglieder. Die Reederei steht nach eigenen Angaben mit den italienischen Behärden in Kontakt, um einen "geeigneten Hafen zum Anlegen zu finden."
Am Dienstag kündigte Costa Cruises an, alle Kreuzfahrten weltweit bis zum 30. April auszusetzen. Zuvor hatte die Reederei bereits alle Fahrten bis zum 3. April gestoppt. Schiffe, die noch unterwegs sind, sollen nun einen Hafen anlaufen, um die Passagiere an Land zu lassen.

AFP

Wahlhelfer schlagen Alarm nach Corona-Kommunalwahlen in Frankreich

15:10
24.03.2020
Gut eine Woche nach den Kommunalwahlen in Frankreich beklagen Wahlhelfer Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus oder entsprechende Symptome. „Wir hatten nicht die richtige Ausrüstung: Weder das Rathaus noch die Präfektur stellten uns Masken zur Verfügung. Wir hatten nur eine Handvoll Handschuhe und eine Flasche Desinfektionsmittel“, sagte der 40-jährige Olivier, Leiter eines Wahllokals in Lyon, am Dienstag dem Sender Franceinfo. Nun leide er an Kopfschmerzen, Enge in der Brust und Geschmacksverlust. Einige Städte wie Montmagny, Franconville oder Billom warnen ihre Bürger auf Facebook, dass Wahlhelfer positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden seien oder es zumindest entsprechende Verdachtsfälle gibt.

Bei der ersten Runde der Kommunalwahlen am 15. März wurden im ganzen Land Bürgermeisterinnen und Bürgermeister gewählt. Trotz der fortschreitenden Coronavirus-Pandemie waren Millionen Menschen dazu aufgerufen, ihre Stimme in den Wahllokalen abzugeben. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte erklärt, dass aus wissenschaftlicher Sicht nichts dagegen spreche, wählen zu gehen, wenn ein paar Vorsichtsmaßnahmen eingehalten würden. Einen Tag nach der Wahl vollzog er eine komplette Kehrtwende und verhängte strenge Ausgangsbeschränkungen.
Zahlreiche Wahlhelfer monieren nun, dass sie auf engstem Raum mit Hunderten Menschen Kontakt hatten. Bereits im Vorhinein hatte es massive Kritik an Macrons Entscheidung gegeben. Schließlich wurde bei der Abstimmung ein Rekordtief bei der Wahlbeteiligung verzeichnet. Besonders in kleinen Gemeinden fordern nun viele, dass der erste Wahlgang für ungültig erklärt wird. Die Endrunde hatte Macron schließlich verschoben, sie hätte eigentlich am vergangenen Sonntag stattfinden sollen.

dpa

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