Letztes Update:
20200327160214

Kinderärzte-Präsident warnt vor häuslicher Gewalt

06:39
20.03.2020
Der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, ruft Familien in der Corona-Krise dazu auf, sich bei Überforderung frühzeitig Hilfe zu suchen. „Besonders Eltern, die schon unter normalen Bedingungen an der Grenze sind, und deren Kinder sind jetzt gefährdet“, sagte Fischbach dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Köln. Er rät Betroffenen, Angebote der Wohlfahrtsverbände zu nutzen oder das Jugendamt um Unterstützung zu bitten. Weil Schulen und Kitas geschlossen sind, stünden Familien derzeit vor besonderen Herausforderungen. Die Gefahr häuslicher Gewalt steige dadurch.
Fischbach sprach sich zudem erneut gegen ein generelles Großelternverbot aus. „Wenn Oma und Opa nicht älter als 60 Jahre alt sind und gesund, dann dürfen sie die Enkel selbstverständlich weiterhin sehen.“ Die Großeltern aus der Betreuung herauszuhalten, sei in diesen Fällen nicht nötig.
Für Kinder sei es wichtig, dass Familien nun eine feste Tagesstruktur beibehalten. Die Kleinen dürften nicht „vor der Glotze geparkt werden“, mahnte der Experte. „Eltern sollten nach Möglichkeit die Zeit nutzen, um sich mit ihren Kindern viel zu beschäftigen.“ Hier liege auch eine Chance in der Corona-Krise: „Die intensive gemeinsame Zeit führt vielleicht zur Wiederentdeckung des Familienlebens.“
Der Mediziner appellierte an Eltern, die für alle Kinder im ersten und zweiten Lebensjahr empfohlene Vitamin-D-Prophylaxe nun auch in dieser von vorübergehenden Einschränkungen geprägten Zeit dringend beizubehalten. Durch zu wenig Sonnenlicht kann ein Vitamin-D-Mangel entstehen, der besonders für kleine Kinder gefährlich ist. „Bis zum zweiten Geburtstag sollten Kinder die Prophylaxe bekommen, für ältere Kinder ist das aber weiterhin nicht nötig“, sagte Fischbach.


epd

Ausgangssperre in Kalifornien verhängt

05:49
20.03.2020
Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hat die gesamte Bevölkerung des Westküstenstaates aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Die Ausgangssperre für knapp 40 Millionen Menschen sollte in der Nacht zum Freitag in Kraft treten, teilte Newsom am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Kalifornien ist damit der erste Staat in den USA, der eine derart weitreichende Auflage im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erlässt.

Zuvor galten diese Einschränkungen schon für mehrere Bezirke im Raum San Francisco.
Notwendige Regierungsstellen, Diensteinrichtungen und wesentliche Geschäfte, darunter Lebensmittelläden und Apotheken, sollen aber geöffnet bleiben, betonte Newsom. Restaurants können weiterhin Essen ausliefern. Kalifornier dürfen auch noch Spazieren gehen, allerdings müssen sie auf der Straße voneinander Abstand halten.

dpa

Möchten Sie Inhalte von Drittanbietern wie Facebook oder Instagram entdecken?
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
nachladen