Letztes Update:
20200327160214

Europäischer Handelsverband sieht keine Probleme bei Lieferketten

10:13
18.03.2020
Der europäische Handelsverband Eurocommerce sieht wegen der internen Grenzkontrollen und -schließungen in Europa bislang keine größeren Lieferprobleme. „Sehr große Schwierigkeiten haben wir von unseren Mitgliedern noch nicht gehört“, sagte Neil Mcmillan von Eurocommerce am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Die meisten Länder folgten den Empfehlungen der EU-Kommission. Einzig an den Grenzen zwischen Italien und Österreich sowie zwischen Italien und Slowenien würden vereinzelt Lastwagen blockiert.
Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus hatten in den vergangenen Tagen etliche EU-Staaten Grenzkontrollen im eigentlich kontrollfreien Schengenraum eingeführt oder die Grenzen weitgehend geschlossen. Die EU-Kommission hatte stets davor gewarnt und betont, Waren müssten frei fließen können. Um die Ausbreitung der Krankheit zu begrenzen und zu gewährleisten, dass Menschen und vor allem Waren an ihr Ziel kommen, schlug Kommissionschefin Ursula von der Leyen zweierlei vor: ein weitreichendes Einreiseverbot für Bürger der allermeisten Nicht-EU-Staaten und Leitlinien für die Grenzkontrollen. 

dpa

60-Kilometer-Stau an deutsch-polnischer Grenze

10:00
18.03.2020
Am Grenzübergang Ludwigsdorf bei Görlitz ist der Stau aufgrund der polnischen Grenzkontrollen weiter gewachsen. Lastwagen und Autos stauen sich nach Angaben der Polizei vom Mittwoch auf der Autobahn 4 bis hin zu den Abfahrten Uyst und Burkau auf einer Länge von rund 60 Kilometern. Die Polizei habe damit begonnen, alle Auffahrten auf die A4 ab Bautzen bis Görlitz zu sperren, hieß es.
Um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu erschweren, hatte Polen am Wochenende an Grenzübergängen zu Deutschland wieder Kontrollen eingeführt.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war in der Nacht mit rund 90 Helfern im Einsatz, um die Wartenden im Stau zu versorgen. „Es ist aus unserer Sicht eine humanitär bedenkliche Situation“, sagte DRK-Sprecher Kai Kranich am Mittwoch. Teils stünden die Menschen bis zu 20 Stunden im Stau, darunter viele Familien. Weil viele Polen, die in Deutschland arbeiten, aufgrund der Corona-Situation in ihr Heimatland reisen, komme es nun zu einer enormen „Reisewelle“.
Es gebe keine Toiletten, keine Versorgung mit Essen, so Kranich. „Wir haben warme und kalte Getränke verteilt und Decken, weil die Nacht kalt war.“ Über eine Nacht könne das DRK helfen, nicht aber auf Dauer. Es müsse rasch eine Lösung für das „Riesenproblem“ gefunden werden, forderte Kranich. Seit Dienstagmittag ist auch das Technische Hilfswerk (THW) im Einsatz. Man habe Verkehrs- und Rettungswege frei gehalten sowie auf Anordnung der Polizei Autos aus dem Stau gezogen und an die Grenze begleitet, sagte ein Sprecher des THW am Mittwoch.

dpa

Möchten Sie Inhalte von Drittanbietern wie Facebook oder Instagram entdecken?
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
nachladen