Vor allem in Asien steigt die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Patienten immer mehr an. Das Gesundheitsministerium in Singapur meldete am Dienstag sechs neue Fälle und verzeichnete damit insgesamt 24, in Thailand wurden nach ebenfalls sechs Neuinfektionen 25 gezählt. In Hongkong wurde der erste Todesfall durch das Virus bestätigt. Großbritannien und Frankreich warnten ihre Bürger vor Reisen nach China und forderten diejenigen, die dort waren, zur Ausreise auf.
Mehr als 20 400 Infizierte wurden bis Dienstag in China gezählt, 425 Menschen starben dort an dem neuartigen Virus, einer in Hongkong sowie einer in den Philippinen. Aus 20 anderen Nationen wurden ebenfalls Infektionen gemeldet, Belgien bestätigte am Dienstag seinen ersten Fall. Es sei bei einem jener neun Staatsbürger identifiziert worden, die am Wochenende aus Wuhan, dem Ursprungsort des Virus, ausgeflogen worden seien, teilte das Gesundheitsministerium mit.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, das erste von fünf Militärflugzeugen mit Bürgern aus Russland sei am Dienstag aus Wuhan abgeflogen. 132 Russen und 15 Menschen aus anderen ehemaligen Sowjetrepubliken sollten zur Quarantäne in den Süden Sibiriens gebracht werden, sagte die stellvertretende Regierungschefin Tatjana Golikowa. Präsident Wladimir Putin drängte das Nachbarland China, die Ausbreitung des Virus aufzuhalten.
Dr. David Heymann, der für die Weltgesundheitsorganisation WHO versuchte, die Sars-Epidemie 2002 und 2003 in den Griff zu bekommen, sagte, es sei noch zu früh, um zu sagen, wann der Höhepunkt der Ausbreitung des Virus erreicht sei. Er scheine sich aber noch weiter auszubreiten, sagte Heymann. Er wollte sich auch nicht festlegen, wann die Verbreitung des Coronavirus den Status einer Pandemie erreichen könnte. Die Weltgesundheitsorganisation sieht die Kriterien einer Pandemie erfüllt, wenn es auf mindestens zwei Kontinenten eine anhaltende Weiterverbreitung einer Krankheit gibt.
In leichter Form leiden Patienten bei einer Ansteckung an Atemproblemen und haben Symptome einer Grippe, in schwerer Form kann das Virus zu Lungenentzündungen führen.
AP