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Hausärzte fordern anderen Verteilschlüssel für Impfstoff

08:56
02.12.2021
Der Deutsche Hausärzteverband plädiert für einen anderen Verteilschlüssel der Impfstoffe gegen das Coronavirus. „Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte, Gynäkologen, HNO- und Fachärzte für Inneres müssen deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung gestellt bekommen als andere“, forderte der erste stellvertretende Vorsitzende Markus Beier in den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Donnerstag): „Das sind die Praxen, in denen die Leute sich massiv impfen lassen.“

Momentan würden Impfstoffe „mit der Gießkanne verteilt und mit dem Rasenmäher gekürzt“, kritisierte Beier: „Jeder, der eine Arztnummer hat, kann gleichviel Impfstoff bestellen - die Hausärztin auf dem Land, die tausend Menschen versorgt, genauso viel wie der Radiologe in einer Klinik in der Stadt.“ Umgekehrt würden auch die Lieferungen für alle fast gleich gekürzt. „Dort, wo viele Ärztinnen und Ärzte angestellt sind, gibt es viel Impfstoff, dort wo die Anzahl geringer ist, wenig“, sagte er den Funke-Zeitungen. Der ländliche Raum werde dadurch strukturell benachteiligt. „Wenn die Kampagne in dem Stil weiterläuft, wird man auf dem Land bald keine Termine mehr vereinbaren können“, kritisierte Beier.
„Nun auch noch die Apotheken und Zahnärzte ins Boot zu holen, ist eine vollkommene Absurdität“, sagte der stellvertretende Vorsitzende. „Weitere Bezugsberechtigte beschleunigen die Impfkampagne nicht, sondern verzögern sie eher.“

epd

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