Der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, hat sich für eine Impfpflicht des gesamten Personals von Alten- und Pflegeheimen, Behinderten-Einrichtungen und Kindergärten ausgesprochen. "Ich bin für eine Impfpflicht für alle Menschen, die in diesen Einrichtungen arbeiten", sagt Lilie am Montag dem Sender Phoenix. Dabei trügen nicht nur das Pflegepersonal, sondern auch Reinigungskräfte oder das Küchenpersonal Verantwortung. Die Zahl der Todesopfer dürfe nicht weiter in die Höhe schnellen.
"Wir müssen jetzt handeln, wenn wir nicht einfach sehenden Auges in Kauf nehmen wollen, dass Debatten geführt werden, während jeden Tag ein Flugzeug abstürzt mit Menschen, die das mit ihrem Leben bezahlen", sagte der Diakonie-Präsident weiter. Mit der Einführung der Impfpflicht hofft er darauf, dass "moralisierende Diskussionen" überflüssig werden. "Wir sollten eine rationale Diskussion führen", forderte er.
Darüber hinaus hält der Diakonie-Präsident weitere Maßnahmen für unumgänglich: "Wir sind schon viel zu spät und wir müssen jetzt schnell viele Maßnahmen gemeinsam machen. Das heißt, wir müssen impfen, wir müssen testen und wir müssen boostern."
Von der künftigen Ampel-Regierung wünsche er sich, dass "wir jetzt sofort eine Task-Force einrichten" mit politischen Entscheidungsträgern von Bund und Ländern sowie Fachleuten. Es gehe darum, eine "wirklich präventive Politik" zu machen.
Bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag hatten die Spitzenvertreter der Bundesländer den Bund dazu aufgefordert, "schnellstmöglich" eine Impfpflicht für das Personal in Pflegeheimen einzuführen. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Carsten Schneider hatte zuvor gesagt, eine Einigung werde in den nächsten Wochen angestrebt.