Der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, hat in einem Schreiben an das Gesundheitsministerium die geplante Rationierung von Biontech-Impfstoff bei niedergelassenen Ärzten scharf kritisiert. "In der Gesamtschau fürchten wir, dass das von Ihnen vorgesehene Lieferschema eine Beschleunigung der Impfkampagne eher behindert als fördert", zitierte das Portal "The Pioneer" am Montag aus einem Brief Weigeldts an das Ministerium.
Die Ärzte seien "kurzfristig und sehr überraschend" mit einem Schreiben des Ministeriums konfrontiert worden, in dem eine Beschränkung für Bestellungen von Biontech-Impfstoff auf wöchentlich 30 Dosen ab kommender Woche angekündigt werde, heißt es demnach weiter in dem Brief. Dabei seien für Impfzentren und mobile Impfteams eine Bestellmenge von 1020 Dosen vorgesehen. Die Hausärzte sollen verstärkt Moderna verimpfen.
Für die Hausarztpraxen würde dies einen "wesentlich höheren und kaum leistbaren organisatorischen Aufwand" bedeuten, schrieb Weigeldt demnach in dem Brandbrief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Grund sei, dass die Praxen wegen der komplexen Transport- und Impfbedingungen Patienten in 20er-Gruppen statt wie bisher üblich in Sechser-Gruppen einbestellen und terminlich koordinieren müssen.
Außerdem habe die Ständige Impfkommission (Stiko) für die Unter-30-Jährigen explizit den Biontech-Impfstoff empfohlen, merkte Weigeldt weiter an. "Im Ergebnis müssen die hausärztlichen Praxen also nicht nur größere Gruppen koordinieren, sondern diese auch nach Altersgruppen unterteilen, was den organisatorischen Aufwand erneut steigert", schrieb er dem Bericht zufolge in dem Brief an das Gesundheitsministerium.