Letztes Update:
20211121135939

Kinderärzte warnen vor Schulschließungen

08:51
21.11.2021
Kinderärzte warnen eindringlich vor Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie. „Ich plädiere dringend dafür, den Schulbetrieb während der gesamten vierten Welle aufrechtzuerhalten“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, der „Rheinischen Post“ (Sonntag). Die Hauptansteckungen von Kindern und Jugendlichen gebe es im familiären Umfeld und in den Ferien. Die Schulen trügen sogar dazu bei, Infektionen bei Kindern zu kontrollieren. Dabei seien regelmäßiges Testen, das Tragen von Masken und Hygiene ausschlaggebend.
Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte mahnte, Schulschließungen dürfen nur als allerletzte Möglichkeit zur Bewältigung der Pandemie infrage kommen. „Eine weitere Schließung wird unabsehbare Folgen für die Kinder und Jugendlichen haben“, sagte Verbandssprecher Jakob Maske der Zeitung. Er verwies auf die schweren Folgen von Lockdown-Maßnahmen. Zu beobachten seien bei den Kindern und Jugendlichen eine immense Zunahme von psychiatrischen Erkrankungen, Adipositas, Spielsucht, Lernrückstände sowie ein Aufklappen der sozialen Schere.

epd

Schwesig kritisiert Spahn wegen Biontech-Begrenzung

09:26
21.11.2021
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wegen der Begrenzung der Ausgabe von Biontech-Impfdosen an Hausärzte kritisiert. Das Gesundheitsministerium werfe damit "Brocken in das Impfgetriebe", sagte Schwesig der "Bild am Sonntag". "Ich habe kein Verständnis mehr für dieses Hin und Her." Angesichts der schwierigen Corona-Lage forderte Schwesig, die angekündigte Begrenzung "unverzüglich" zurückzunehmen.
Das Ministerium hatte am Freitag angekündigt, dass die Höchstabgabemenge von Biontech-Impfstoff auf 30 Impfdosen pro Woche pro niedergelassenem Arzt oder niedergelassener Ärztin beschränkt werde. Hintergrund ist demnach, dass die Medizinerinnen und Mediziner derzeit zu mehr als 90 Prozent Biontech nachfragen. Das Ministerium warb dagegen dafür, vermehrt den Moderna-Impfstoff einzusetzen, da andernfalls ab Anfang kommenden Jahres der Verfall bereits eingelagerter Dosen drohe.
Mit der Frage befassen sich nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) am Montagnachmittag nun auch die Ländergesundheitsminister in einer Schaltkonferenz. Der derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz (GMK), Bayerns Ressortminister Klaus Holetschek (CSU), nannte die Lieferbegrenzungen in der "Bild am Sonntag" "inakzeptabel". Sie zerstörten Vertrauen und müssten "sofort zurückgenommen werden".
Andreas Gassen, Chef der deutschen Kassenärzte, zeigte sich angesichts der Biontech-Limitierung "fassungslos". Er betonte in der "Bild am Sonntag", dass die Moderna-Dosen nur bedingt weiterhelfen würden, weil sie nicht an Unter-30-Jährige gespritzt werden dürften, beim Transport empfindlicher seien und bei den Patienten erheblichen Beratungsbedarf auslösten.

AFP

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