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Hilfsorganisation warnt vor erhöhter Müttersterblichkeit

09:56
04.05.2021
Die Hilfsorganisation Care Deutschland warnt vor einer erhöhten Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern wegen der Corona-Pandemie. „In ärmeren Ländern sind Kliniken teilweise stark überlastet und können nur noch Personen mit Covid-19-Symptomen behandeln“, sagte Generalsekretär Karl-Otto Zentel am Dienstag mit Blick auf den Tag der Hebamme am Mittwoch. Krankenhäuser wiesen gebärende Frauen ab, weil das medizinische Personal keine Schutzkleidung habe und sich vor einer Ansteckung fürchte. In Simbabwe könne etwa nur noch die Hälfte der Schwangeren vorgeburtliche Untersuchungen wahrnehmen, betonte er. Die Zahl der in Kliniken gebärenden Frauen sei um zwei Drittel zurückgegangen.
Weltweit sterben laut Care jedes Jahr knapp 300.000 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt. Daten aus Ländern wie Bangladesch, Nigeria und Südafrika zeigten zurzeit eine um bis zu 30 Prozent erhöhte Sterblichkeit von Müttern und Neugeborenen, hieß es. „Behandelbare Komplikationen wie Blutungen, Infektionen und Bluthochdruck verursachen die überwiegende Mehrheit der Todesfälle bei Müttern“, erklärte die Hilfsorganisation. Es fehle oft an medizinischem Personal, da viele Mitarbeitende des Gesundheitswesen, wie etwa Hebammen, auch auf Covid-Stationen gebraucht würden.
„Durch die Pandemie werden Fortschritte im Kampf gegen Müttersterblichkeit weltweit vernichtet“, erklärte die Hilfsorganisation. Möglichkeiten zur Schwangerschaftsvorsorge und Familienplanung seien aufgrund von Lockdowns reduziert. Schulschließungen und wirtschaftliche Nöte führten zudem zu mehr Teenagerschwangerschaften in ärmeren Ländern.

epd

EU-Behörde prüft Zulassung von Pfizer/Biontech-Impfstoff für Kinder

14:36
03.05.2021
Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) prüft einen Antrag der Hersteller Biontech und Pfizer auf eine EU-Zulassung ihres Corona-Impfstoffes auch für Kinder ab zwölf Jahren. Der Antrag sei eingegangen, teilte die EMA am Montag in Amsterdam mit. Die EMA werde die Studiendaten im Schnellverfahren bewerten. Ein Ergebnis wird für Juni erwartet. Bei einer Zulassung wäre dies der erste Impfstoff in der EU, mit dem auch 12- bis 15-Jährige gegen Covid-19 geimpft werden können.
Der deutsche Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten den Antrag bereits in der vergangenen Woche angekündigt. Auch in den USA wurde die Erweiterung der Zulassung beantragt. Nach einer positiven Empfehlung der EMA muss noch die EU-Kommission zustimmen. Das aber gilt als Formsache.
Das Mittel von Biontech/Pfizer ist in der EU und in den USA bisher nur für Menschen ab 16 Jahren zugelassen. Nach Angaben der Hersteller hatte eine klinische Studie bei 12 bis 15-Jährigen in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt.

dpa

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