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Ifo-Forscher kritisiert Corona-Politik - "Wird planlos agiert"

09:55
24.03.2021
Das Ifo-Institut kritisiert die Corona-Politik in Deutschland. "Im Moment wird relativ viel falsch gemacht", sagte der Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen, Andreas Peichl, am Mittwoch. "Es fehlt eine Strategie. Es wird planlos agiert." Man laufe dem Virus hinterher. Die Politik begehe die gleichen Fehler, die sie schon im vergangenen Herbst gemacht habe. Trotz fehlender Teststrategie seien die Beschränkungen Anfang März gelockert worden. Der Mini-Lockdown über Ostern könne die Infektionszahlen vielleicht abflachen helfen. Aber sie dürften nicht richtig nach unten gehen.
In Betrieben und Schule müssen nun endlich breitflächig gestestet werden. "Das wäre viel billiger, so etwas durchzuführen als das, was wir jetzt machen", sagte Peichl. Auch das Impfen laufe nicht gut. "Wir müssen einfach das Tempo um ein Vielfaches erhöhen."
Teile der Politik seien inzwischen beratungsresistent. "Das ist ein bisschen erschreckend", sagte Peichl. Andere Abwägungen spielten zunehmend eine Rolle bei den Entscheidungen, etwa der beginnende Bundestagswahlkampf.

Reuters

Ramelow zur MPK: „Was passiert hier eigentlich?“

08:58
24.03.2021
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat den Verlauf der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am vergangenen Montag scharf kritisiert. „Ich habe sechs Stunden auf einen Bildschirm geschaut und mich gefragt, was hier eigentlich passiert“, sagte Ramelow im ZDF-„Morgenmagazin“ am Mittwoch.
Auf die Frage, ob der Gründonnerstag denn nun ein Feiertag sei, sagte Ramelow, dass er diese Frage nicht beantworten könne. Er habe bei dem Bund-Länder-Treffen bis kurz vor Mitternacht gewartet und erst dann vom dem Gründonnerstag-Vorschlag gehört. „Bis 23:45 habe ich überhaupt nicht gewusst, wo die Bundeskanzlerin ist und wo ein Teil der Ministerpräsidenten abgeblieben sind.“ Die Bundesregierung habe lediglich angekündigt, die genaue Definition am Mittwoch nachzuliefern.
Bei der jüngsten Sitzung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten am Montag, gab es erst nach einer mehrstündigen Unterbrechung Ergebnisse: Über Ostern soll das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden. Vieles ist noch nicht klar geregelt - beispielsweise ob die Ruhetage Feiertagen gleich kommen. Das Bundesinnenministerium soll nun Details ausarbeiten.

dpa

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