Das Ifo-Institut kritisiert die Corona-Politik in Deutschland. "Im Moment wird relativ viel falsch gemacht", sagte der Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomik und Befragungen, Andreas Peichl, am Mittwoch. "Es fehlt eine Strategie. Es wird planlos agiert." Man laufe dem Virus hinterher. Die Politik begehe die gleichen Fehler, die sie schon im vergangenen Herbst gemacht habe. Trotz fehlender Teststrategie seien die Beschränkungen Anfang März gelockert worden. Der Mini-Lockdown über Ostern könne die Infektionszahlen vielleicht abflachen helfen. Aber sie dürften nicht richtig nach unten gehen.
In Betrieben und Schule müssen nun endlich breitflächig gestestet werden. "Das wäre viel billiger, so etwas durchzuführen als das, was wir jetzt machen", sagte Peichl. Auch das Impfen laufe nicht gut. "Wir müssen einfach das Tempo um ein Vielfaches erhöhen."
Teile der Politik seien inzwischen beratungsresistent. "Das ist ein bisschen erschreckend", sagte Peichl. Andere Abwägungen spielten zunehmend eine Rolle bei den Entscheidungen, etwa der beginnende Bundestagswahlkampf.