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Furcht vor Corona-Ausbruch: Hongkong schottet ganzen Stadtteil ab

04:53
23.01.2021
Aus Furcht vor einer sprunghaften Verbreitung des Coronavirus ist ein besonders dicht besiedelter Stadtteil der Millionenmetropole Hongkong im Morgengrauen abgeriegelt worden. Tausende Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Einwanderungsbehörden sind seit Samstagfrüh (Ortszeit) damit beschäftigt, die rund 10 000 Bewohner des Jordan-Viertels nach und nach alle auf den Erreger zu testen. Das betroffene Gebiet mit 150 Wohnblöcken werde zu diesem Zweck für zwei Tage bis voraussichtlich Montagmorgen hermetisch abgeschottet, teilte die Regierung mit. Bis dahin, so die Hoffnung der Behörden, sollen alle Testergebnisse vorliegen.

Es handelt sich um den ersten derartigen Lockdown in Hongkong seit Beginn der Corona-Pandemie vor etwa einem Jahr. Bewohner des betroffenen Viertels, das zu den ärmsten in Hongkong gehört, dürfen die Sperrzone seit Samstagmorgen 4:45 Uhr (Ortszeit; 21:45 Uhr MEZ) nicht mehr verlassen und müssen nach dem Test in häuslicher Quarantäne bleiben, bis ein gesichertes Ergebnis vorliegt. Lokale Medien zeigten Bilder von Einsatzkräften in weißen Schutzanzügen, die das Viertel in Gruppen durchkämmten und auf der Suche nach Infizierten von Tür zu Tür ziehen sollten.

Grund für die Abschottung ist die jüngste Häufung von Corona-Infektionen in dem Stadtteil. Von den 55 am Freitag in ganz Hongkong gemeldeten Neuansteckungen machten sie fast die Hälfte aus.

dpa

Britische Corona-Variante auch in Skandinavien immer häufiger

14:45
22.01.2021
Die zuerst in Großbritannien aufgetretene Covid-19-Variante kommt auch in Dänemark immer häufiger vor. Wie das Staatliche Serum-Institut des Landes am Freitag mitteilte, wurde in der zweiten Januarwoche bei sieben Prozent der analysierten Proben die britische Virusvariante B.1.1.7 festgestellt. In der ersten Januarwoche waren es 4,1 Prozent gewesen. Insgesamt sei die Variante seit November 2020 in 464 Fällen nachgewiesen worden.

Es wird angenommen, dass die tatsächliche Zahl weitaus höher liegt, weil bis dahin nur ein Fünftel der positiven Proben auf die britische Variante hin geprüft wurde. Das dänische Serum-Institut hatte angekündigt, ab der dritten Januarwoche alle positiven Covid-Proben auf Mutationen checken zu wollen. Die Experten rechnen damit, dass die Variante B.1.1.7 Mitte Februar 50 Prozent der Covid-Infektionen in Dänemark ausmachen werde.
Auch in Norwegen arbeitet man daran, die Mutation, die weitaus ansteckender sein soll als andere Varianten, in Schach zu halten. Nachdem bei einem Ausbruch in einem Wohnheim in der Gemeinde Nordre Follo zwei Fälle der britischen Variante nachgewiesen wurden, haben die Behörden am Freitag angeordnet, dass alle Schulen, Kindergärten, Trainingsstudios und Geschäfte (mit Ausnahme von Lebensmittelläden und Apotheken) schließen müssen, zunächst bis nächste Woche Mittwoch. Die rund 60 000 Einwohner sind aufgefordert, ihre Kommune nicht zu verlassen. Vertreter der Nachbargemeinden, darunter der Hautstadt Oslo, wollten noch am Abend beraten, ob auch sie strengere Maßnahmen ergreifen müssen.

„Die Mutation hat das Potential, eine dritte Infektionswelle mit einer gewaltigen Kraft in Norwegen auszulösen“, sagte Gesundheitsdirektor Björn Guldvog bei einer Pressekonferenz. In Norwegen wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde bis zur zweiten Januarwoche 42 Fälle festgestellt.

dpa

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