Belarus (Weißrussland) will mit dem Impfen seiner Bevölkerung mit dem russischen Vakzin „Sputnik V“ beginnen. Die erste Lieferung sei eingetroffen, teilte das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Minsk am Dienstag der Staatsagentur Belta zufolge mit. Zuerst sollen Ärzte, Lehrer und Spezialisten „Sputnik V“ erhalten, die mit vielen Menschen in Kontakt kommen. „Die Impfung ist freiwillig“, sagte Gesundheitsminister Dmitri Pinewitsch. Ende Februar wolle man den Impfstoff selbst herstellen.
Nach früheren Angaben will Belarus bis zu sechs Vakzine verschiedener Hersteller einsetzen. „Wir planen die Impfung von 1,2 Millionen Menschen in Belarus. Vielleicht von zwei Millionen“, sagte Machthaber Alexander Lukaschenko vor wenigen Tagen. Er selbst sei aber skeptisch gegenüber Impfungen. Der 66-Jährige hatte zuletzt mehrere Krankenhäuser mit Corona-Patienten besucht.
Seit Beginn der Pandemie haben sich in Belarus der offiziellen Statistik zufolge mehr als 188 500 Menschen mit dem Virus infiziert. Täglich gibt es demnach etwa 1800 neue Fälle. Fast 1400 Menschen starben bislang mit dem Virus. Lukaschenko hatte die Pandemie noch im Frühjahr als eine „Psychose“ bezeichnet. Er behauptete, das Virus selbst auch überstanden zu haben. In Belarus gab es keinen Lockdown.