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Erste Corona-Impfungen in Schweden

09:26
27.12.2020
Auch im EU-Land Schweden sind die ersten Menschen zum Schutz vor dem Coronavirus geimpft worden. „Ich habe nichts gespürt“, sagte die 91-jährige Gun-Britt Johnsson, die am Sonntag in einem Pflegeheim in Mjölby, rund 230 Kilometer südwestlich von Stockholm, als erste Person landesweit geimpft worden war. Der Fernsehsender SVT übertrug die Impfung. In Schweden sollten zunächst ältere Menschen, Angehörige von Risikogruppen und Personal in Pflegeheimen und im Gesundheitssektor geimpft werden, hatte Ministerpräsident Stefan Löfven zuvor angekündigt.
Der Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmariesen Pfizer war kurz vor Weihnachten in der EU zugelassen worden. In Schweden rechnet man zunächst mit einer Lieferung von rund 10 000 Impfdosen, nach Neujahr sollen dann wöchentlich größere Mengen ins Land kommen. Ziel der Skandinavier ist laut Sozialministerin Lena Hallengren, allen Erwachsenen und Kindern, die einer Risikogruppe angehören, in der ersten Jahreshälfte 2021 eine Impfung anzubieten.
Schweden ist in der Corona-Krise einen viel beachteten Sonderweg mit relativ lockeren Maßnahmen und Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Im Vergleich zum Rest Skandinaviens und zu Deutschland wurden in dem Land seit Pandemie-Beginn auf die Einwohnerzahl gerechnet deutlich mehr Infektionen und Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 registriert. Auch die Neuinfektionszahlen waren zuletzt deutlich höher als in Deutschland und auch höher als im Großteil der restlichen EU.

dpa

WHO-Chef Ghebreyesus: Corona ist nicht die letzte Pandemie

09:13
27.12.2020
Die aktuelle Corona-Krise ist nach Ansicht des Leiters der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, nicht die letzte Pandemie. „Die Geschichte lehrt uns, dass dies nicht die letzte Pandemie sein wird, und dass Epidemien eine Tatsache des Lebens sind“, sagte Ghebreyesus am Samstagabend in einer Videobotschaft. Allerdings könnten bessere Investitionen in Gesundheitssysteme, unterstützt von Regierungen und Gesellschaft, dafür sorgen, „das unsere Kinder und deren Kinder eine sicherere, widerstandsfähigere und nachhaltigere Welt erben“.
Das Coronavirus habe die Welt in den vergangenen zwölf Monaten „auf den Kopf gestellt“ und weitreichende Konsequenzen für Gesellschaft und Wirtschaft mit sich gebracht. Doch die Pandemie selbst sei keine Überraschung gewesen, zumal in den Jahren zuvor vielfach vor einer derartigen Möglichkeit gewarnt worden sei, sagte Ghebreyesus.
„Und jetzt müssen wir die Lektionen daraus lernen“, sagte der WHO-Direktor. Dazu gehöre eine bessere Vorbereitung der Länder auf Notfälle, und dies gelte nicht nur für den Gesundheitssektor, sondern für Gesellschaft und Regierungen allgemein. „Dazu hat die Pandemie die enge Verbindung zwischen der Gesundheit von Mensch, Tier und dem Planeten aufgezeigt.“ Dies erfordere nun ein gemeinsamen Herangehen.

dpa

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