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Weihnachten in aller Welt - Corona prägt das Fest

16:29
25.12.2020
Unter dem Eindruck der Corona-Pandemie haben Christen in aller Welt das Weihnachtsfest begangen. Zur Feier der Geburt Jesu reisten wegen der geltenden Beschränkungen in diesem Jahr kaum auswärtige Touristen in seine Geburtsstadt Bethlehem. Der Vatikan verlegte die traditionelle Christmette im Petersdom aufgrund der in Italien geltenden Ausgangssperren um zwei Stunden vor. An dem Gottesdienst zu Heiligabend mit Papst Franziskus nahmen zudem statt der sonst rund 7.000 Besucher nur etwa 200 teil. In Deutschland wandten sich die obersten Repräsentanten der beiden großen Kirchen an Heiligabend direkt nach der ARD-Tagesschau mit einem Ökumenischen Wort zur Corona-Krise an die Zuschauer.

Der Papst betonte in seiner Predigt an Heiligabend, dass Gottes Sohn vor zwei Jahrtausenden völlig unbeachtet geboren worden sei, "um uns zu sagen, dass jeder missachtete Mensch ein Kind Gottes ist". Christen sollten für andere da sein, anstatt sich selbst zu bemitleiden.

Am Freitag, dem ersten Weihnachtstag, spendete Franziskus den Segen "Urbi et orbi" ("Der Stadt und dem Erdkreis"). In seiner Ansprache rief er zu Frieden in der Welt auf und erinnerte an Kriege und Konflikte etwa in Syrien, dem Irak oder im Jemen. Erneut mahnte er die Verantwortlichen im Libanon und Südsudan, ihren Teil zur Lösung der dort schwelenden Krisen beizutragen. Eindringlich warb Franziskus zudem für eine faire Verteilung von Corona-Impfstoffen auch an die "Schwächsten und Bedürftigsten in allen Regionen der Erde".

In der nur mit 150 Personen besetzten Katharinenkirche in Bethlehem ermunterte der neue Lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, zu einer "neuen Welt" in Solidarität und Brüderlichkeit. Die Corona-Pandemie und das mit ihr verbundene Leiden machten bewusst, dass alle Menschen verbunden und füreinander verantwortlich seien, sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Christen im Heiligen Land.

Auch das Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche von England nahm im britischen Canterbury Bezug auf die Folgen der Pandemie. Für viele Menschen sei das zuende gehende Jahr ein "Jahr der Dunkelheit" gewesen, so Erzbischof Justin Welby. Neben Corona seien dafür unter anderem wirtschaftliche Krisen und der Klimawandel verantwortlich.
Dagegen stehe die Botschaft des Weihnachtsfestes: Mit der Geburt Jesu sei Licht in die Welt gekommen. Gott lasse nicht zu, dass die Dunkelheit den Sieg davontrage, so Welby. Deswegen gebe es auch in einem vermeintlich düsteren Jahr wie 2020 Zeichen der Hoffnung etwa die Corona-Impfstoffe oder die an Heiligabend erzielte Brexit-Einigung zwischen Großbritannien und der EU.

In Deutschland ermunterten der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, die Bürger, die Corona-Krise als "Einladung zum bewussten Leben" und als "Aufforderung zu einem neuen Miteinander" zu nehmen. Es sei wichtig, auch in diesen Tagen Rücksicht aufeinander zu nehmen und so menschliches Leben zu schützen, so Bätzing und Bedfrod-Strohm in einer gemeinsamen Ansprache, die an Heiligabend im Anschluss an die ARD-Tagesschau ausgestrahlt wurde.

In Frankreich sorgte unterdessen ein besonderes Weihnachtskonzert für Schlagzeilen. Dort zeigte der TV-Sender France 2 an Heiligabend ein wenige Tage zuvor aufgezeichnetes Konzert aus der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Es war die erste Aufführung dieser Art, seitdem ein Brand 2019 das Wahrzeichen der französischen Hauptstadt verwüstet hatte.

kna

Lkw-Stau rund um Dover löst sich allmählich auf

13:34
25.12.2020
Nach der Wiederaufnahme des Reise- und Frachtverkehrs zwischen Großbritannien und Frankreich löst sich der Stau rund um Dover allmählich auf. Hunderte Lkw kamen am Freitag in der französischen Küstenstadt Calais an, nachdem sie tagelang in der Gegend um die britische Hafenstadt gestrandet waren.

"Gestern hatten wir tausend Lastwagen, die von Dover herüberkamen", sagte der Chef des Hafenbetreibers in Calais, Benoît Rochet, am Freitag. Am ersten Weihnachtsfeiertag seien es bis 10 Uhr (MEZ) 550 Lastwagen aus Großbritannien gewesen. Wenn dieses Tempo so anhalte, werde sich der Stau bis Samstag auflösen. Insgesamt waren bis zu 10.000 Fernfahrer gestrandet, nachdem Frankreich am Sonntag strikte Reise- und Verkehrsbeschränkungen verhängt hatte.

Nach einer Verständigung zwischen Paris und London war der Fähr- und Eisenbahnverkehr dann am Mittwoch langsam wieder angelaufen. Fahrer müssen aber in der Regel einen negativen Corona-Test nachweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Mehr als 50 Länder hatten seit Sonntag die Einreise aus Großbritannien beschränkt, nachdem dort eine neue, möglicherweise ansteckendere Variante des Coronavirus aufgetaucht war.

afp

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