Letztes Update:
20201124120558

Handelsverband kritisiert Appell zur Selbstquarantäne

11:19
24.11.2020
Der Aufruf der Ministerpräsidenten zur Selbstquarantäne vor dem Weihnachtsfest hat nach Einschätzung des baden-württembergischen Handelsverbands verheerende Folgen für die Geschäfte in den Städten. „Die Kunden sind in diesen Tagen sowieso schon verunsichert, sie kommen kaum noch in die Innenstädte, die Frequenzen sind drastisch gesunken“, sagte Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann in Stuttgart am Dienstag der dpa. Menschen in häuslicher Selbstquarantäne würden aber erst recht nicht in die Citys kommen und dort einkaufen. „Stattdessen werden sie ihre Weihnachtseinkäufe zuhause auf dem Sofa tätigen – im Internet“, warnte Hagmann.

Zuvor hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder auf ein gemeinsames Konzept für das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie geeinigt. Darin sind zwar Lockerungen der Kontaktbeschränkungen an Weihnachten und Silvester vorgesehen. Es wird aber empfohlen, sich wo immer möglich zum Schutz vor Infektionen vor und nach Weihnachten in eine mehrtägige häusliche Selbstquarantäne zu begeben.

dpa

Gerd Müller befürchtet zwei Millionen Tote in Afrika

10:05
24.11.2020
Mehr als zwei Millionen Tote in Afrika durch die Folgen der Corona-Krise befürchtet Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU). Tief besorgt über die Lage dort zeigte er sich im Interview mit dem Radiosender Bayern 2 am Dienstag in München: Allein auf dem afrikanischen Kontinent sei davon auszugehen, „dass innerhalb eines Jahres, zusätzlich zu dem Tod durch das Virus, zwei Millionen Menschen sterben würden, weil keine Medikamente mehr zu den Menschen in den Dörfern kommen“, sagte Müller laut Mitteilung des Bayerischen Rundfunks.

Bereits jetzt sei jeder zweite Job in Afrika gefährdet oder verlorengegangen, und es baue sich eine Hunger- und Armutskrise auf, sagte der Minister. Der Lockdown habe in afrikanischen Ländern dazu geführt, dass Nahrungsmittelketten unterbrochen wurden und keine Medikamente mehr verteilt werden können. Wichtig seien nun Soforthilfen für die Länder. Auch ein Schuldenerlass sei notwendig, doch dieser müsse an Bedingungen gebunden sein, so Müller: Die Länder müssten „eine klare Linie gegen Korruption“ verfolgen.

Der Impfstoff sei ein Lichtblick, diesen müssten jedoch alle bekommen: „Auch die Ärmsten der Armen müssen Zugang haben, und die Industriestaaten müssen hier zur Finanzierung beitragen“, forderte Müller.

epd

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