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Österreich kündigt Corona-Massentests unter Lehrern und Polizisten an

12:30
20.11.2020
In Österreich sollen alle 200 000 Lehrerinnen und Lehrer sowie Betreuungskräfte in Kindergärten auf das Virus getestet werden. Geplant ist dafür das Wochenende vom 5. und 6. Dezember, wenn nach bisherigen Plänen der Corona-Lockdown endet, wie die Regierung am Freitag bekannt gab. Dafür sollen im ganzen Land mehr als 100 Testzentren eingerichtet werden. Direkt danach, am 7. und 8. Dezember, sollen die 40 000 Polizisten getestet werden.
Kurz vor Weihnachten könne sich die gesamte Bevölkerung von neun Millionen Menschen testen lassen, hieß es. Für alle sei die Teilnahme freiwillig, betonte Bundeskanzler Sebastian Kurz. „Diese Massentests sind bis zur Impfung eine große Chance für Österreich, den Weg zur Normalität zurückzufinden“, teilte er mit. Eine weitere Massentestreihe ist Anfang 2021 geplant.

Die Behörden haben dafür nach eigenen Angaben bereits sieben Millionen Antigen-Schnelltests von den Firmen Roche und Siemens geordert. Weitere Bestellungen sollen folgen. Die Ergebnisse bei diesen Tests lägen innerhalb von 15 Minuten vor, so die Regierung. In Gemeinden mit besonders hohen Infektionszahlen soll es Gratistests für alle auch schon früher geben. Bei der Durchführung sollen Militär, Feuerwehr und Sanitätsdienste helfen.

dpa

Nach Infektionsrekord: Portugal verlängert Notstand um zwei Woche

12:24
20.11.2020
Nach einem Rekord an Neuinfektionen hat Portugal den am Dienstag auslaufenden Corona-Notstand um zwei Wochen bis zum 7. Dezember verlängert. Das Parlament billigte am Freitag in Lissabon einen entsprechenden Antrag von Präsident Marcelo Rebelo de Sousa. Im Rahmen des Notstandsdekrets herrschen seit dem 9. November in weiten Teilen des Landes unter anderem strenge Ausgehbeschränkungen und Sperrstunden, darunter auch in der Hauptstadt Lissabon und in der nördlichen Metropole Porto.
Rebelo de Sousa hatte sein Vorgehen mit der sozialistischen Regierung abgestimmt. Er warnte, wegen der schwierigen Lage würden weitere Verlängerungen des Ausnahmezustands, der zweithöchsten Notstandsstufe, nötig sein. „Wir stehen vor einer Herausforderung, die in den nächsten 15 Tagen nicht bewältigt sein wird. Der Kampf geht in den kommenden Wochen und Monaten weiter“, erklärte das Staatsoberhaupt. Innenminister Eduardo Cabrita wies derweil Kritik von Teilen der konservativen Opposition zurück. Es gebe „keinen Machtmissbrauch“, „die Pandemie hebt die Demokratie nicht auf.“
Mit 6994 Neuinfektionen binnen 24 Stunden hatte Portugal am Donnerstagabend einen neuen Höchstwert seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. In dem Land mit rund 11,3 Millionen Einwohnern wurden damit insgesamt gut 243 000 Ansteckungen mit dem Virus Sars-Cov-2 erfasst. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Lissabon stieg die Zahl der Todesfälle am Donnerstag um 69 auf 3701.
Im Vergleich zu anderen Ländern Europas war Portugal relativ gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Seit Wochen wird die Lage aber immer schlechter. Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen 769,5 je 100 000 Einwohner mit dem Virus an. Ende Oktober waren es noch knapp 350 gewesen. In Deutschland lag diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz am Donnerstag bei 311,2.

dpa

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