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Strobl zu Fahrt in Weihnachtsurlaub: „Um Gottes willen, ja nicht“

13:15
14.11.2020
Aus Sicht des baden-württembergischen Innenministers Thomas Strobl (CDU) sollte die Fahrt in den Weihnachtsurlaub dieses Jahr ausfallen. Auf die Frage, ob die Deutschen in den Weihnachtsurlaub fahren können, antwortete er in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S): „Um Gottes willen, ja nicht!“ Er wundere sich, sagte Strobl, wie viel über den Urlaub geredet werde - „gerade so, als gäbe es nichts Wichtigeres im Leben“.
Es sei fast schon fahrlässig, Erwartungen in der Bevölkerung zu wecken, dass die Menschen im Dezember oder Januar zum normalen Leben zurückkehren könnten. „In den Normalbetrieb, also in ein Leben wie vor Corona, werden wir so schnell nicht wieder kommen“, meinte Strobl. „Wir müssen uns darauf einstellen, mit dem Virus zu leben. Die gute Botschaft ist: Das geht!“
Er warnte zudem vor einem schärferen Lockdown: „Falls es jetzt nicht gelingt, das Infektionsgeschehen zurück zu drängen, müssen wir weitere, härtere Maßnahmen ergreifen.“ Die Lage sei inzwischen „nicht ernst, sondern sehr ernst“. Sehr große Sorge mache ihm die Entwicklung in den Krankenhäusern. „Wir müssen uns auf schwierige Situation in den Intensivstationen vorbereiten und alles tun, um Menschenleben auch künftig zu retten.“

dpa/lsw

Österreichs Regierung will vollen Lockdown bis zum 6. Dezember

12:17
14.11.2020
Die österreichische Regierung will zur Eindämmung der Corona-Krise für drei Wochen Geschäfte und Schulen schließen und Ausgangsbegrenzungen rund um die Uhr verordnen. Das ging am Samstag aus einem Verordnungsentwurf hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Wien vorlag.
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und weitere Regierungsmitglieder sollen den Plan am Nachmittag bei einer Pressekonferenz verkünden. Gelten sollen die Maßnahmen ab Dienstag und bis einschließlich Sonntag, dem 6. Dezember.
Geplant sind demnach weitreichende Eingriffe wie im sogenannten strengen Lockdown im Frühjahr, als erstmals wegen der Pandemie ein völliger Stillstand des öffentlichen Lebens inklusive Ausgangsregeln galt. Schon seit dem 3. November sind Gastronomie, Tourismus, Kulturbetrieb und Freizeiteinrichtungen geschlossen. Außerdem gelten Ausgangsbeschränkungen von 20 bis 6 Uhr, die das Verlassen des „privaten Wohnraums“ nur für mehrere konkrete Gründe wie etwa die Erfüllung von Grundbedürfnissen, Arbeit und Ausbildung, die Betreuung Hilfsbedürftiger sowie zur Erholung im Freien zulassen.
Diese Ausgangsbeschränkung gilt laut dem Entwurf nun rund um die Uhr. Private Treffen sind demnach nur mit einem Partner, einzelnen engsten Angehörigen oder einzelnen wichtigsten Bezugspersonen erlaubt. Offen bleiben nur Geschäfte für die Deckung des täglichen Bedarfs, etwa Supermärkte, Drogerien, Apotheken und Kioske. Schulen stellen auf Fernunterricht um und bieten Betreuungsmöglichkeiten bei Bedarf.
Die Infektionszahlen sind trotz des sogenannten Teil-Lockdowns seit Anfang November weiter gestiegen. Mediziner befürchten einen Zusammenbruch der Intensivversorgung. Der Durchschnittswert der Neuansteckungen binnen sieben Tagen lag am Freitag österreichweit bei 554,2 Fällen pro 100 000 Einwohner, regional aber bei bis zu 850.

dpa

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