Robur, Schokolade und ganz viel Kunst
Nachlass des Zittauer Malers und Werbegrafikers Willy Jähne an die Städtischen Museen übergeben
Willy Jähne gehört zu den besonders produktiven Zittauer Künstlern. Den Städtischen Museen Zittau wurden 2018 und 2019 durch den jüngsten Sohn des Künstlers, Otfried Jähne, ein umfangreiches Nachlasskonvolut (ca. 1000 Blatt) aus Zeichnungen, Aquarellen und Drucken als Schenkung übergeben.
Willy Jähne wurde am 30.9.1905 in Dresden geboren und studierte 1926/27 an der Akademie der Bildenden Künste und Buchgewerbe Leipzig sowie 1927-29 an der Staatlichen Akademie für Kunstgewerbe Dresden.
Danach hatte er zuerst ein Atelier in Bischofswerda und war seit 1932 in Zittau ansäßig, tätig hauptsächlich als Werbegrafiker der Oderwitzer Schokoladenfabrik Kosa.
Nach der Kriegsgefangenschaft wirkte er in Zittau als Werbegrafiker und Künstler. Er starb am 30.5.1973.
Auf Jähne gehen berühmt gewordene Marken und Logos zurück, so z.B. dasjenige der Zittauer Robur-Werke. Studien dazu befinden sich in dem Nachlass. Jener besteht sonst hauptsächlich aus Aquarellen und Zeichnungen von Oberlausitzer Landschaften und Städten/Dörfern, aber auch zahlreichen Porträts. Daneben war Jähne auch als Illustrator für Kinderbücher tätig, auch solche Werke befinden sich in der umfassenden Sammlung.
Neben Hans Lillig, Willy Müller-Lückendorf und Siegfried Schreiber gehört Jähne zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit in der Zittauer Region. Eine Übernahme und Bearbeitung des Nachlasses ist daher von erheblichem Interesse, und zwar aus kunst-, regional- und auch industriegeschichtlicher Perspektive.
Die Bewältigung eines solchen Nachlasses – zunächst die Strukturierung, Inventarisierung und Dokumentation - ist eine große, extrem aufwändige Aufgabe. Normalerweise übernehmen wir daher keine vollständigen Nachlässe, da die Arbeiten im laufenden Betrieb nicht durchgeführt werden können. In diesem Fall handelt es sich aber um ein erstaunlich ungestörtes und nahezu vollständig erhaltenes Werk von den Studienzeiten des Künstlers an, sodass wir der Meinung sind, dass es nicht verstreut werden darf und hier eine Ausnahme machen.
Wir erhielten durch die Landesstelle für Museumswesen eine Förderung, mit der eine erste Bearbeitung möglich wurde. Damit haben wir die erfahrende Kunsthistorikerin Katarzyna Zinnow aus Görlitz beauftragt, die gegenwärtig in die spannenden Bestände eintaucht. Das ist die Grundlage für die Erfassung in der Datenbank sowie später für eine Publikation und eine Ausstellung.