Unser Grundwasser ist ein wertvolles Gut. – Wir müssen es dringend schützen! 🚰
Bei diesem Thema werden wir mal etwas ausführlicher, aber es geht um ein wichtiges Thema 😟:
2018 und 2019 waren extrem niederschlagsarme Jahre und auch das sehr trockene Frühjahr in diesem Jahr haben zu sehr niedrigen Wasserständen in den Flüssen und Bächen des
#MeinZuhauseLKGR geführt. Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung und zum Schutz aquatischer Lebensräume erließ das Umweltamt am 13. Mai eine Allgemeinverfügung zum Verbot bzw. zur Beschränkung des Pumpens von Wasser aus Oberflächengewässern.
Flächendeckend sind aber auch sehr niedrige Grundwasserstände zu beobachten. Hydrologisch lässt sich diese Extremsituation und das Defizit an Wasser in der Landschaft sehr genau mit Hilfe der klimatischen Wasserbilanz quantifizieren.
Die klimatische Wasserbilanz ist die Differenz zwischen dem gefallenen Niederschlag und dem Wasserverlust durch Verdunstung. Zur Bewertung der Wasserverfügbarkeit oder des Mangels an Wassers in einer Landschaft wird die klimatische Wasserbilanz meist für ein ganzes Jahr berechnet.
➕ Ein positiver Wert bedeutet, dass in dem betreffenden Jahr mehr Wasser durch Niederschlag auf den Boden fiel als verdunstete. Somit konnte Wasser durch die Bodenzone in den Grundwasserkörper sickern und die Grundwasservorräte auffüllen. Durch die gut gefüllten Grundwasserspeicher konnten dann die Quellen sprudeln und den Flüssen und Bächen der Landschaft stand genug Wasser bereit.
➖ Eine negative klimatische Wasserbilanz bedeutet dagegen, dass mehr Wasser verdunstete als Niederschlag fiel. Die Landschaft trocknete somit aus. Alles Wasser, was noch aus Quellen kam und in Bächen und Flüssen abfloss, entstammte folglich aus Grundwasser, was sich vorher und oftmals vor langer Zeit gebildet hatte. Es werden also in solchen Jahren historische Wasservorräte verbraucht.
Derartige Situationen sind sehr kritisch zu bewerten, denn selbst wenn es nach der Trockenperiode lange regnet, die Böden wieder feucht werden und in den Bächen und Flüssen der Wasserstand steigt, haben sich die Grundwasservorräte noch lange nicht erholt. Dieser Prozess kann in Abhängigkeit der hydrogeologischen Verhältnisse Jahrzehnte dauern. Im Landkreis Görlitz war die klimatische Wasserbilanz 2018 und 2019 negativ. Im Jahr 2018 war der Wert flächendeckend unter –200 mm (1 mm bedeutet 1 Liter Wasser pro m2) und im Jahr 2019 zwischen –100 und –200 mm. Das heißt, es fehlen auf einem Hektar Fläche mindestens zwischen 3000 und 4000 Kubikmeter Wasser.
Wir bitten daher alle Brunnenbesitzer des Landkreises, achtsam und sparsam mit dem wertvollen Gut Grundwasser umzugehen! Wasser sollte nie zur Zier- und Sportrasenpflege verschwendet werden!
Weitere Infos:
https://www.dwd.de/DE/leistungen/klimakartendeutschland/klimakartendeutschland.html