1599 – das Grosse Sterben
Besonders eindringlich muss zu Carpzovs Zeit die Erinnerung an die Krankheit im Spätsommer und Herbst 1599 gewesen sein. Auch wenn die Auswirkungen verheerend waren, ist hier anschaulich beschrieben, welche Maßnahmen Bürgermeister und Rat ergriffen. Zittau wurde auch nicht allein gelassen, so kam Hilfe von außen, u.a. aus dem Kloster Marienthal, „Fachpersonal“ aus Bautzen. Nachfolgend Auszüge aus Carpzovs Bericht:
„Ehe aber das Jahrhundert zu Ende, suchte GOtt Anno 1599 die Stadt mit einer grössern Pestilenz heim, so man hernach das Grosse Sterben hat zu nennen pflegen.
Den 15. Junii wurde Michael Stübners eines Drechslers Eheweib, beerdigt, welche plötzlich gestorben, und dieweil man ihren Mann beschuldigt, als wenner sie todt geschlagen, musste er selbige bey dem Grabe anrühren: Allein die rechte Ursache ihres Todes fand sich bald anders, indem er samt seinem Hausgenossen, dem Sattler und allen Kindern ihr im Tode nachfolgete, und dem Vorgeben nach der Ursprung dieser Contagion von einem alten Sattel, für welchen sich der andere entsetzet, herkommen seyn sollte.