Über 100 Besucher lauschten Rainer Maria Rilkes Texten zur Kulturnacht vor dem Großen Zittauer Fastentuch.
Nach Khalil Gibran im vergangene Jahr nun „Lyrik und Musik“ mit Texten von Rainer Maria Rilke.
Die Besucherzahl übertraf unsere Erwartungen. Rilke zieht noch immer! Die Musik hatten zwei junge Damen – Annika Jannasch und Nicole Schwaar gemeinsam mit ihrer Lehrerin Frau Delitz von der Kreismusikschule Dreiländereck – sorgsam ausgewählt. Schon bei der ersten Begegnung zur Vorbereitung der Veranstaltung war zu spüren, dass beide Rilke mögen. Und so begleitete das Violin-Duo "Zehn Kronen" die Rezitationen überaus einfühlsam mit Musik von Charles-Auguste Bériot, Béla Bartók, Sergej Prokofjew und Johann Wenzel Kalliwoda.
Meine Frau und ich hatten vor einigen Jahren eine eindrückliche – man könnte sagen „spirituelle Begegnung“ – mit dem Poeten. Wir verbrachten herrliche Herbsttage im Schweizer Wallis und besuchten das Städtchen Raron. Auf einem Felsen hoch über der Stadt steht ein Kirchlein, umgeben von einem romantischen Friedhof. Dort entdeckten wir Rilkes Grab mit der Inschrift:
„ROSE; OH REINER WIDESPRUCH
LUST,
NIEMANDES SCHLAF ZU SEIN
UNTER SOVIEL
LIDERN.“
Diese rätselhaften Worte klangen lange nach und regten an, uns mehr mit Rilkes Leben und Werk zu beschäftigen. So stießen wir bald auf das „Rilke Projekt“ in dem ein illustrer Kreis von Schauspielern und Sängern wie Jürgen Prochnow, Sir Peter Ustinow, Ben Becker, Xavier Naidoo, Udo Lindenberg, Iris Berben und andere auf vier CD‘s Texte von Rilke rezitieren, musikalisch zauberhaft umrahmt von dem Komponisten-Duo Angelica Fleer und Richard Schönherz. Dieses Projekt stand bei unserer heutigen Veranstaltung Pate – mit Erfolg!