Letztes Update:
20190603124219

Vor Unglück Leck an Leitung mit brennbarem Inhalt

12:40
03.06.2019
Nur wenige Tage vor dem Explosionsunglück im Oktober 2016 haben sich Sicherheitsexperten der BASF noch um eine Leitung im Rohrgraben gekümmert, aus der ein brennbarer Stoff ausgetreten war. Das hat am Montag im Prozess ein Gutachter gesagt, der prüfen sollte, ob die Pipelines vor der Katastrophe mit fünf Toten und Dutzenden Verletzten in Ordnung waren. Dazu hat er Konzernunterlagen mit Inspektionsberichten ausgewertet. 

Dass vor dem Unglück Schäden an einer Naptha-Pipeline entdeckt worden waren, war im Verfahren bereits angesprochen worden. Dass ein so enger zeitlicher Zusammenhang zur Explosionskatastrophe bestand, scheint die Juristen nun aber überrascht zu haben. Angeklagt ist ein Arbeiter, der versehentlich ein falsches Rohr angeflext haben soll. Der Mann selbst sagt: Er hat daran keine Erinnerung. Sein Verteidiger will im Prozess herausfinden, ob es auch eine andere Quelle für Chemikalien gegeben haben könnte, die während der Arbeiten in Brand gerieten. 

Christoph Hämmelmann

Richter „recht kritisch“ wegen BASF-Vorgehen

10:58
03.06.2019
Die Richter im BASF-Prozess sind „recht kritisch“, weil ihnen der Konzern unverlangt eine Stellungnahme zu dem 2011 entdeckten Schlitz in einer Leitung geschickt hat. Das hat der Vorsitzende Richter Uwe Gau am Montagvormittag gesagt. Das Unternehmen bestreitet in dem Schreiben, dass die Scharte von einem offenbar irrtümlich angesetzten Trennschleifer stammte. Das Gericht hatte lediglich Fotos der alten Schadstelle angefordert. Im Verhandlungssaal  hat Gau jetzt einen Gutachter auch ausdrücklich gefragt, ob die BASF aus der damaligen Panne nicht weitergehende Konsquenzen hätte ziehen müssen. Der Experte sagte aber, dass er das nicht bewerten könne.

Christoph Hämmelmann

Kapitel

18. Verhandlungstag, 3. Juni 2019