Zu meiner sportlichen Ausgangslage lege ich mal alle Fakten auf den Tisch: Ich bin 34 Jahre alt und glaubt man meinem Mann, gar nicht schlecht im Radfahren.
Gelaufen bin ich auch in der Vergangenheit schon ab und an. Während ich 2010 meine Magisterarbeit geschrieben habe, bin ich regelmäßig in meine Laufschuhe geschlüpft. Doch mit dem Einstieg ins Arbeitsleben wurden die Runden durch den Park immer seltener.
Heute bin ich eher im Garten aktiv als auf der Tartanbahn. Wenn ich laufe, dann pendelt sich das meist zwischen drei und fünf Kilometern ein. Meist bin ich dann zwischen 35 und 45 Minuten unterwegs. Das sagt mir zumindest mein Smartphone. Und obwohl ich mich jedes Mal gut fühle, wenn ich eine Runde beendet habe, ist die Überwindung, loszulaufen, jedes Mal ein Kraftakt. Immer finde ich eine Ausrede - mal ist es zu warm, mal muss ich eigentlich gleich zur Arbeit oder die Wohnung braucht auch mal wieder eine Grundreinigung.
Doch damit ist jetzt Schluss: Ich überwinde meinen inneren Schweinehund und starte mit dem Training. Bereits am Montag habe ich die erste Runde absolviert. Und kurz nachdem ich losgelaufen bin, ist mir auch wieder klargeworden, warum ich eigentlich nicht gerne laufe: Ich habe nach wenigen Hundert Metern Seitenstechen bekommen. Dieses körperliche Übel plagte mich schon regelmäßig in der Vergangenheit. Das Einzige, was hilft, ist dann nur gehen und die Arme über den Kopf heben. Aber da Aufgeben ja nun keine Option mehr ist, hab ich meine Runde fortgesetzt und auch beendet. Woran ich auf jeden Fall noch arbeiten muss, ist mein Rhythmus. Nachdem ich mich am Anfang quäle, "läuft" es ab Kilometer drei fast von ganz allein.